Entscheidende 20. Etappe Bernal behauptet das Gelbe Trikot und steht vor dem Toursieg

Egan Bernal hatte das Gelbe Trikot kurios am Freitag erobert, am Anstieg zum Val Thorens konnte er es nun behaupten und voraussichtlich den Toursieg perfekt machen. Emanuel Buchmann attackierte erfolglos.

Vorjahressieger Geraint Thomas (r.) beglückwünscht den neuen Champion Egan Bernal
Christian Hartmann / REUTERS

Vorjahressieger Geraint Thomas (r.) beglückwünscht den neuen Champion Egan Bernal


Egan Bernal vom Team Ineos hat das Gelbe Trikot auf der vorentscheidenden 20. Etappe nach Val Thorens verteidigt und wird so am Sonntag wohl als Sieger in Paris eintreffen. Am Finaltag wird der Gesamtführende traditionell nicht mehr attackiert. Sollten sie morgen das Ziel erreichen, werden Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) das Grüne Trikot und Romain Bardet (ag2r La Mondiale) das Bergtrikot gewinnen.

Emanuel Buchmann griff kurz vor dem Rennende an, wurde jedoch nach zehn Metern wieder eingeholt. Trotzdem rückte er auf Platz vier im Klassement vor. Denn Julian Alaphilippe hatte gestern das Gelbe Trikot verloren, fiel heute komplett zurück und rutschte im Gesamtranking auf Platz fünf ab. Etappensieger wurde Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida).

Am Vortag war das Klassement durch den Abbruch der 19. Etappe durcheinandergewirbelt worden. Nach 89 von 126,5 Kilometern wurde das Rennen beendet, da auf der Abfahrt vom Col de l'Iseran Hagel eine Gerölllawine die Straße versperrt hatte. Gewinner der Entscheidung war Bernal, der noch vor dem Abbruch eine erfolgreich Attacke gestartet hatte und damit das Gelbe Trikot von Alaphilippe übernahm. Der 22-jährige Kolumbianer hatte danach 45 Sekunden Vorsprung auf Alaphilippe, Geraint Thomas rutschte mit 1:03 Minuten Rückstand auf Platz drei.

Bereits früh auf der kurzen Etappe fuhren sich sechs Fahrer um Rui Costa (UAE Team Emirates) einen Vorsprung heraus, wurden aber schnell von einer 23-köpfigen Verfolgergruppe kassiert. Der Frieden währte nicht lange und wieder setzten sich fünf Fahrer um Nibali, den Toursieger von 2014, erneut ab. Im Anstieg setzte sich das Team Jumbo-Visma an die Spitze des Pelotons und führte die Aufholjagd an, um den Viertplatzierten Steven Kruijswijk nach vorn zu bringen. Laurens De Plus tat sich vermehrt als Tempomacher hervor.

Marc Soler griff aus dem Feld an und erhöhte so das Gesamttempo. So näherte sich das Peloton der Spitzengruppe immer mehr an. Doch nicht alle konnten folgen: Für den Zehnten im Gesamtklassement, Richie Porte (Trek-Segafredo), war das Tempo zu hoch. Der Australier fiel aus dem Feld, fuhr gemeinsam mit Sagan im Grünen Trikot hinterher. Auch Alaphilippe zeigte deutliche Schwächen und fiel knapp 13 Kilometer vor dem Ziel zurück. Thomas zog im Gesamtklassement vorbei. Auch Bardet, Träger des Bergtrikots ließ abreißen.

Gute elf Kilometer vor dem Ziel setzte sich Nibali an der Spitze allein ab. Ilnur Sakarin (Team Katusha Alpecin) konnte nicht mithalten und fiel ins Feld zurück. Dafür nahm Soler vom Team Movistar die Verfolgung auf. Kurz vor dem Ziel schloss die Gruppe um das Gelbe Trikot auf, doch Attacken bleiben aus. Emanuel Buchmann attackierte noch kurz, wurde aber direkt wieder eingefangen.

tip



insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
peter-11 27.07.2019
1. Glückwunsch
Sehr spannend und auch kollegial. Wie Thomas Bernal gratuliert oder wie Buchmann die Konkurrenten würdigt. Glückwunsch an alle. Auch eben an Alaphilippe, der die Tour de France 2019 überraschend spannend gestalten konnte. Sagan zum 7. mal das grüne Trikots geholt, sehr stark und zwischendurch auch unterhaltsam.
Aleae iactae sunt 27.07.2019
2. Herzliche Glückwünsche an den Sieger und Kolumbien.
Lob auch an die andere , insbesondere an Sportler Buchmann. Könnte er evtl. morgen noch auf das Podest kommen. Er würde ja nicht das Gelbe Trikot angreifen.
timi_moon 27.07.2019
3.
Zitat von Aleae iactae suntLob auch an die andere , insbesondere an Sportler Buchmann. Könnte er evtl. morgen noch auf das Podest kommen. Er würde ja nicht das Gelbe Trikot angreifen.
Nein. Keine Chance.
Prussia Culé 27.07.2019
4. Glückwünsche Egan, Emu, Julian, Romain und co.
Schon letztes Jahr haben viele sehr auf Bernal geschaut, da er in seiner 1. Profisaison gleich als Helfer zu Tour mitgenommen und 15. wurde. Und mit 22 Jahren ist nun er Toursieger. Glückwunsch, Glückwunsch, Glückwunsch! In Kolumbien werden sicher schon Statuen zurecht gehauen und man sieht, dass Ineos einfach sehr gut Talente scoutet: Bernal, Sosa, Sivakov, Geoghegan Hart. Alles junge Top-Talente, die sicher noch einiges zeigen werden. ----- Ich freue mich, dass Bardet das Bergtrikot nach Paris tragen wird und mit dem phantastischen Alaphilippe, der ein großes Kämpferherz bewiesen hat, und Barguil immerhin 2 Franzosen in den Top 10 nach Paris fahren werden. Neben Thomas De Gendt, Tim Wellens hat Alaphilippe sicher noch Chancen als kämpferischter Fahrer geehrt zu werden. Hinsichtlich des Dramas um den armen Pinot, bei dem man nur mitfühlen kann, ist das Balsam für die französischen Fans. ----- Buchmanns 4. Gesamtrang ist großartig. Auch, dass er sich über den 4. Platz - der ja oft als "undankbar" verschrien wird - einfach nur freut und gleich die Stärken der anderen ganz ruhig anerkennt ist schön zu sehen. Wenn er so weitermacht - auch mit der ruhigen Art auf dem Rad - dann landet der sicher mindestens mal auf dem Podium bei Tour, Giro oder Vuelta. Und die Hoffnung bleibt, dass Pinot oder Bardet nächstes Jahr in Paris ganz oben stehen.
fccopper 27.07.2019
5. Endlich
mal wieder eine ansehenswerte Tour und dann mischte noch ein Deutscher mit ... was für mich die Sache sofort spannender machte ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.