Rauswurf bei der Tour Tony Martin spricht von "Schock" - Einspruch abgewiesen

Eine Rangelei am Ende der 17. Etappe kostet Radstar Tony Martin die Tour 2019: Er wurde ausgeschlossen und sprach danach von der "Hitze des Gefechts". Der Radsportweltverband hat einen Einspruch seines Rennstalls nun abgewiesen.

Omnisport

Dass Radrennfahrer die Tour de France vorzeitig beenden, ist keine Seltenheit. Stürze, Erschöpfung oder Krankheit können bei der Frankreichrundfahrt jeden Profi treffen. Für Tony Martin ist das Ende der Tour 2019 jedoch besonders bitter. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister vom Team Jumbo-Visma ist nach einer Rangelei mit dem britischen Fahrer Luke Rowe (Team Ineos) disqualifiziert worden - ebenso wie sein Kontrahent.

Auf der offiziellen Ergebnisliste wurden Martin und Rowe mit dem Vermerk "aus dem Rennen" gestrichen. Zudem müssen beide eine Geldstrafe von rund 900 Euro zahlen.

Die Fahrer hatten sich in der Schlussphase der 17. Etappe eine Auseinandersetzung geliefert. Videoaufnahmen zeigen, wie Martin Rowe teils von der Fahrbahn abdrängt.

Hier können Sie die Szene im Video sehen:

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"Es war in der Hitze des Gefechts, und es gab einen großen Kampf für den letzten Berg, um unsere Kapitäne gut reinzubekommen. Wir sind fünf Stunden bei 35 Grad gefahren und waren am Limit. Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Ich habe mich danach sehr schlecht gefühlt", sagte Martin: "Aber manchmal passiert das im Sport. Es ist ein großer Schock. Ich fühle mich sehr schlecht und traurig. Das Team in dieser wichtigen Phase zu verlassen, das ist sehr schlecht."

Beide Mannschaften legten Einspruch ein, doch ohne Erfolg: Sowohl Martin als auch Rowe bleiben ausgeschlossen. Das bestätigte der Radsport-Weltverband UCI am Donnerstagmorgen vor dem Start der 18. Etappe in Embrun.

Martins Manager Jörg Werner hatte die Rennleitung scharf kritisiert: "Die Entscheidung ist ein Witz und vollkommen übertrieben. Tony hat zweieinhalb Wochen so extrem hart gearbeitet, auch mental viel Kraft gelassen, da sollte man gnädiger sein und die Verhältnismäßigkeit wahren", sagte er.

Auch sein Kontrahent kritisierte den Rauswurf. "Ich denke, wir haben beide unsere Arbeit gemacht. Wir haben vielleicht die Linie ein bisschen überschritten, aber unser Ausschluss ist zu hart", sagte Rowe. "Keiner von uns hat das verdient." Ineos-Teamchef David Brailsford nannte die Entscheidung "unglaublich hart".

jok/sid



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