Tour de France Andreas Klöden knapp geschlagen

Auf der achten Etappe unterliegt der T-Mobile-Profi Klöden dem Holländer Pieter Weening. Beide hatten sich im Kampf um den Sieg ein packendes Fotofinish geliefert. T-Mobile wittert neue Chancen im Kampf gegen Armstrong, der im Ziel leicht zerknirscht war.

Gérardmer - Der Vorjahreszweite der Frankreich-Rundfahrt hat dabei nach einem furiosen Ausreißversuch nur um Millimeter seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France verpasst. Der T-Mobile-Profi musste sich auf der achten Etappe über 231,5 Kilometer von Pforzheim nach Gérardmer mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen, den Tagessieg gewann stattdessen der Niederländer Pieter Weening (Rabobank). "Vom Gefühl her hatte ich mich vorne gesehen", sagte Klöden."Das ist taktisch sehr gut gelaufen"Lance Armstrong und Jan Ullrich erreichten beim ersten mit 27 Sekunden Rückstand das Ziel. Ullrich wurde Sechster hinter dem Berliner CSC-Profi Jens Voigt, Armstrong kam auf Rang zwanzig ins Ziel. "Wir mussten am Anfang viel arbeiten. Aber die Aktion am letzten Berg war so abgesprochen. Erst sollte Winokurow nach vorn gehen, dann Andreas. Das ist taktisch sehr gut gelaufen", sagte Ullrich. Sein Sportdirektor Mario Kummer bestätigte diese Taktik: "Wir hatten geplant, am Ende zu attackieren. Andreas hat das fantastisch durchgezogen."Auch wenn Klöden seinen zweiten Saisonsieg verpasste, überzeugte der 30-Jährige durch eine bravouröse Leistung. Auf dem Schlussanstieg beim Col de la Schlucht startete Klöden eine Attacke und ließ alle Favoriten stehen. Schließlich stellte der Deutsche auf dem 1139 Meter hohen Gipfel den Rabobank-Profi und gewann 20 Punkte für den Sieg dieser letzten Bergwertung.Auf der 16 Kilometer langen Abfahrt konnte Klöden nur Weening folgen, der aus einer Fluchtgruppe übrig geblieben war. "Wir hatten abgesprochen, dass derjenige, der am Ende noch gute Beine hat, etwas versuchen soll. Deshalb bin ich weggegangen. Jetzt bin ich platt, habe aber immer noch gute Beine. Der zweite Platz ist aber okay", sagte der Vorjahreszweite.Armstrongs Team hat einen schlechten TagDas T-Mobile-Team brachte Armstrong beim ersten Kräftemessen gleich in die Bredouille. Auf dem 17 Kilometer langen Anstieg, an dem sich tausende deutsche Fans versammelt hatten, blies der Bonner Radrennstall zur Attacke. Erst startete dreimal der Kasache Winokurow einen Ausreißversuch, dann zog Klöden davon. Armstrong war zwischenzeitlich sogar isoliert und hatte kurzzeitig keinen Helfer mehr an seiner Seite. Darüber zeigte sich der Titelverteidiger überrascht, fast schon zerknirscht. "Wir hatten heute einen sehr schlechten Tag," klagte der Texaner und kündigte an, dass er mit seinem Discovery-Team diese Etappe ernsthaft besprechen wolle.

Bei T-Mobile herrscht dagegen Aufbruchstimmung. "Wir wollten Armstrong testen. Wir haben gesehen, dass Armstrong wie erwartet gut drauf ist. Seine Mannschaft aber offensichtlich nicht. Das konnte man heute sehen", sagte Winokurow.Armstrong verteidigte mit ein wenig Mühe das Gelbe Trikot. Der Amerikaner liegt nun eine Minute vor dem Deutschen Jens Voigt (CSC). Winokurow ist 1:02 Minuten zurück Dritter. Ullrich (1:36) rückte auf den sechsten Platz vor, während Klöden (1:50) auf Rang neun vorfahren konnte. "Am Ende ist aller sehr gut gelaufen, nachdem wir am Anfang etwas verpennt haben und viel arbeiten mussten. Aber die Truppe hat gezeigt, dass sie Fehler reparieren kann. Klöden war heute einfach klasse", sagte Sportdirektor Kummer.Wegmann ist einfach nur plattWeniger gut ging es dagegen Fabian Wegmann. Der junge Gerolsteiner-Profi musste seiner Flucht über 160 Kilometer vom Vortag auf der Etappe nach Karlsruhe Tribut zollen und verlor das rot gepunktete Trikot des besten Bergfahrers an den Dänen Mickael Rasmussen. Der Rabobank-Fahrer, der mit Voigt und drei weiteren Fahrern ausgerissen war, gewann alle vier Bergwertungen der Kategorie drei zu Beginn der Etappe und liegt nun mit 32 Zählern in Führung. Wegmann (10 Punkte) hatte Probleme und verlor frühzeitig den Anschluss an das Hauptfeld.Am Sonntag wartet auf die Fahrer der erste Berg der ersten Kategorie bei der diesjährigen Tour de France. Auf dem 171,5 Kilometer langen Teilstück von Gerardmer nach Mühlhausen ist 55 Kilometer vor dem Ziel der 1171 Meter hohe Ballon d'Alsace zu überqueren.

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