Tour de France Astana lässt Dopingtester warten und bittet zum Kaffee

Verärgerter Kontrolleur: Der Chef der französischen Anti-Doping-Agentur klagt über Probleme bei einem Bluttest beim Astana-Team vor der achten Etappe. Weltverbandsmitarbeiter seien erst zum Kaffee eingeladen worden und hätten dann fast eine Stunde auf die Fahrer warten müssen.


Hamburg - Die Umstände einer Dopingkontrolle des Astana-Teams haben den Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, Pierre Bordry, verärgert. Der Oberkontrolleur habe sich darüber beschwert, dass sich die Bluttests von Lance Armstrong und weiteren Teammitgliedern vor der achten Etappe der Tour de France in Andorra um 55 Minuten verzögert hätten, berichtete die "L'Équipe" am Dienstag. Dies sei dann wahrscheinlich "keine überraschende Kontrolle" mehr, schrieb die Sportzeitung.

Astana-Profi Armstrong: Kontrolleure mussten warten
REUTERS

Astana-Profi Armstrong: Kontrolleure mussten warten

Zwei Kommissare des Radsport-Weltverbands UCI und die testenden Ärzte seien nach Recherchen des französischen TV-Senders RTL von Astana-Offiziellen zunächst zum Kaffee eingeladen worden. Auf eine entsprechende Beschwerde von Bordry habe die UCI mit einer allgemeinen Erklärung reagiert: "Alle Teams müssen bei den Dopingkontrollen gleich behandelt werden."

"Die Dopingkontrolleure sind nicht streng genug", zitierte die belgische Zeitung "Het Nieuwsblad" Bordry, der zudem in einem Brief an UCI-Präsident Pat McQuaid monierte, er habe das Gefühl, "dass die Kontrolleure sehr nachsichtig mit den Fahrern umgehen. Ich bin mir nicht sicher, dass man bei einigen Athleten die gleichen Regeln unter gleichen Bedingungen anwendet". McQuaid kündigte an, dem AFLD-Chef umgehend zu antworten: "Es gibt definitiv keine Nachsicht bei den Kontrollen", sagte der Ire.

Nachdem im letzten Jahr im Zuge des Streits zwischen der UCI und der Tour-Organisation Aso ausschließlich die AFLD für die Kontrollen zuständig war, werden in diesem Jahr die Kontrollen von beiden Verbänden durchgeführt. Dabei fungiert die AFLD als "Dienstleister". Bislang hat es bei der Tour 2009 noch keinen Dopingfall gegeben.

McQuaid kann sich unterdessen seiner zweiten Amtsperiode als UCI-Präsident sicher sein. Bis zur Frist am 27. Juni hatte sich kein Gegenkandidat gemeldet. "Es ist wahr, dass ich der einzige Kandidat bin. Aus dieser Sicht kann ich für die nächsten vier Jahre planen", sagte McQaid dem Internet-Portal Cyclingnews: "Es ist mein Wunsch, wiedergewählt zu werden, da es noch eine Menge zu tun gibt." Die Wahl findet im Rahmen des UCI-Kongresses Ende September statt.

mti/dpa/sid



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