Siebte Tour-Etappe Wiggins erobert Gelb, Froome gewinnt

Überragende Leistung vom Team Sky: Bradley Wiggins übernahm auf der siebten Etappe der Tour de France das Gelbe Trikot. Sein Edelhelfer Christopher Froome überraschte bei der ersten Bergankunft und holte sich den Sieg. Etliche Favoriten verloren Zeit.

AP

Hamburg - Christopher Froome hat die siebte Etappe der 99. Tour de France gewonnen. Der Brite siegte nach 199 Kilometern von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles bei der ersten Bergankunft der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt vor dem Australier Cadel Evans und seinem Teamkollegen Bradley Wiggins. Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters übernahm der Brite Wiggins vom Schweizer Fabian Cancellara.

Cadel Evans untermauerte seinen Anspruch auf den Tour-Sieg, in der Gesamtwertung liegt der Titelverteidiger zehn Sekunden hinter Wiggins. Der bisherige Führende Fabian Cancellara fiel auf Rang elf zurück (+1:43 Minuten). Dritter im Klassement ist nun der Italiener Vincenzo Nibali vom Team Liquigas (+16 Sekunden).

Am Ende des sehr schweren Anstiegs nach La Planche des Belles Filles krönte Froome aus Wiggins' Sky-Mannschaft den starken Auftritt des britischen Rennstalls. Der erstmals in der Tour-Geschichte gefahrene Schlussanstieg war der mit Abstand steilste Abschnitt der bisherigen Rundfahrt. Froome hatte den gesamten Berg hoch für seinen Kapitän das Tempo gemacht - kurz vor der Ziellinie hatte er trotzdem noch die Kraft, zum Sieg zu sprinten. Dank des Sieges übernahm der 27-Jährige auch die Führung in der Bergwertung.

Massensturz der sechsten Etappe führt zu weiteren Aufgaben

Etliche Mit-Favoriten mussten dagegen eine bittere Niederlage und Zeitverluste hinnehmen. Darunter war auch Andreas Klöden, der aus den Top Ten der Gesamtwertung rutschte. Damit verlor er seine Stellung im Team nach einem Tag schon wieder: Der 37-Jährige war vor der Etappe eigentlich zur Nummer eins im Team Radioshack aufgestiegen. In der Gesamtwertung hat Klöden aber nun schon 2:29 Minuten Rückstand auf Wiggins.

Auch Denis Mentschow (+54 Sekunden), der angeschlagene Fränk Schleck (+3:43) und Alejandro Valverde (+4:50) zählten zu den Verlierern der siebten Etappe.

Der Massensturz auf der sechsten Etappe forderte am Samstag weitere Opfer. Nachdem am Freitag bereits Tom Danielson (Garmin), Mikel Astarloza (Euskaltel), Davide Viganò (Lampre) und Wout Poels (Vacansoleil) ausgestiegen waren, verzichteten unter anderem Ryder Hesjedal (Garmin), der Sieger des Giro d'Italia, und der dreimalige Weltmeister Oscar Freire (Katjuscha) auf den Start in Tomblaine.

Auch die verletzten Maarten Wynants (Rabobank), Imanol Erviti, José Iván Gutiérrez (beide Movistar), Robert Hunter (Garmin), Hubert Dupont (Ag2r) und Amets Txurruka (Euskaltel) waren nicht mehr dabei. Im Laufe der siebten Etappe gab zudem Anthony Delaplace (Saur) auf. Damit sind bei der Frankreich-Rundfahrt noch 181 von 198 gestarteten Fahrern im Rennen.

Am Sonntag (13.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht es auf der achten Etappe in die Schweiz. Auf den 157,5 Kilometern von Belfort ins Kanton Jura nach Porrentruy warten insgesamt sieben Bergwertungen auf die Profis.

insgesamt 406 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon-facebook-10000298787 30.06.2012
1. Vorfreude
Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
hahewo 30.06.2012
2. Tour der Pharmazie
Diese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
Pollowitzer 30.06.2012
3. Zu einer Rummelveranstaltung verkommen
Dieser Sport ist leider schon lange nicht mehr ernst zu nehmen und er ist unglaubwürdig wie Rummelboxen - Wenn man sich das Alter einiger deutscher Teilnehmer ansieht dann geht automatisch die Dopingwarnlampe an - die pedalierenden Velogreise kommen doch ohne entsprechende Hilfsmittel weder über die Berge noch nach Paris. Die Aufmerksamkeit der Presse haben die nicht verdient - Ich glaube es wird garnichtmehr ernsthaft der Gebrauch von Doping kontrolliert - Brot und Spiele auf unterstem Niveau - leider!!!
Ostwestfale 30.06.2012
4. Zustimmung
Zitat von spon-facebook-10000298787Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
Ich freue mich auch, die drei Genannten zähle ich allerdings nicht zu den Favoriten, da diese Tour recht zeitfahrlastig ist und da sind Wiggins und Evans einfach zu stark, als dass ein Basso oder Sanchez das in den Bergen kompensieren könnte.Ich könnte mir deshalb sogar vorstellen, dass Klöden aufs Podium fährt. Wer die letzte Tour verfolgt hat, dem werden auch die tollen Entwicklungen nicht entgangen sein. Die Fahrer fahren endlich wieder wie "Menschen". Jeder Topfahrer hatte bei der letzten Tour einen schwachen Tag, was in einer dreiwöchigen Rundfahrt normal ist. Die Maximalwattzahlen, die die Fahrer in den Anstiegen treten sind stark zurückgegangen.Dass Jean-Christophe Peraud, Tourzehnter des vergangenen Jahres absolut sauber war gilt als ziemlich warscheinlich. Sein Blutbild war während der gesamten Tour öffentlich zugänglich und es gab keinerlei Auffälligkeiten.Aber so was ist natürlich keine Schlagzeile wert, denn Deutschland war noch nie ein Radsport-Land. Auch nicht zu Ullrichs Zeiten.Hier hat man sich noch nie für Details des interessiert. Völlig absurd finde ich, wenn in der Zusammenhang mit der Tour davon gesprochen sind, die Leistungen wören "übermenschlich" oder sonstwas. So nach dem Motto: Alles was ich nicht kann, kann auch kein Anderer. Da hat ein quasi nie im Training kontrollierter Usain Bolt nur 100 Meter läuft. Das kann ja jeder...
LuisCortez 30.06.2012
5.
Zitat von hahewoDiese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
So ist es. Sie haben die Situation erkannt. Ich als ehemaliger Roche Mitarbeiter kann bestätigen dass Roche um die 70 Mitarbeiter beschäftigt die sich um die besten Verträge und Logistik mit den "Sportlern" kümmert. Interessanterweise handelt es sich bei den Kunden nur um Radsportler. Was für ein Blödsinn!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.