Tour de France Cavendish feiert zweiten Etappensieg

Spannung auf der dritten Etappe der Tour de France: Kurz vor dem Ziel hatte sich eine Gruppe um das Team Columbia abgesetzt - im Duell gegen Thor Hushovd sicherte sich Mark Cavendish seinen zweiten Erfolg. Fabian Cancellara fährt weiter im Gelben Trikot, Lance Armstrong führte seinen Kapitän vor.


Hamburg - Mark Cavendish hat bei der 96. Tour de France seinen zweiten Etappensieg gefeiert. Der britische Radprofi aus dem Columbia-HTC-Team setzte sich am Montag nach 196,5 Kilometern von Marseille nach La Grande-Motte im Spurt vor dem Norweger Thor Hushovd und Cyril Lemoine aus Frankreich durch. Bester deutscher Fahrer auf dem dritten Teilabschnitt war Fabian Wegmann als Siebter. Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement verteidigte der Schweizer Fabian Cancellara. Der Deutsche Tony Martin liegt auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung und ist ins Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gefahren. "Das ist gigantisch und der größte Moment meiner Radsport-Karriere. Ich wollte einmal bei der Tour das Weiße Trikot tragen", sagte der 24-Jährige. Dahinter folgt Lance Armstrong auf Rang drei. Cavendish hatte tags zuvor bereits die zweite Etappe der Frankreich-Rundfahrt gewonnen.

32 Kilometer vor dem Ziel hatte das komplette US-Team Columbia-HTC angetreten. Nur wenige, unter anderem Armstrong und der Mann in Gelb, Fabian Cancellara, konnten folgen. Die 26-köpfige Spitzengruppe kam mit 39 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Beim Spurtfinale hatte Cavendish keine Mühe, vor dem Norweger Thor Hushovd zum zweiten Sieg zu fahren und sein Grünes Trikot zu verteidigen. "Es ist mein Job, Etappen zu gewinnen", sagte Cavendish, "in diesem Jahr will ich aber endlich mal in Paris ankommen. Natürlich wäre dann auch das Grüne Trikot ein großes Ziel für mich."

Cancellara bleibt in Gelb und führt nun mit 33 Sekunden vor Martin und 40 Sekunden vor Armstrong, dem beim Mannschaftszeitfahren am Dienstag in Montpellier, vier Jahre nach seinem letzten Tour-Auftritt in Gelb, wieder das Maillot Jaune winkt - ein Sieg mit mehr als 40 Sekunden Vorsprung vor Saxo-Bank vorausgesetzt. Aldag sagte: "Diese Etappe hat dafür gesorgt, dass der gute alte Lance Armstrong ins Gelbe Trikot fahren wird." Fraglich ist, wie der eigentliche Team-Kapitän Alberto Contador mit der Situation umgehen wird. "Mir ist das ganze Drama und das Gerede um die Kapitänsrolle egal. Ich habe sieben Mal die Tour gewonnen, ich verdiene etwas Respekt", so Armstrong, "dass Contador zurückfällt war nicht mein Ziel. Es war keine Attacke, es ist einfach passiert. Von mir war es gute Positionsarbeit, Erfahrung und Glück."

Nach dem fünften Renn-Kilometer bestimmten vier Ausreißer das Geschehen. Das Quartett hatte maximal fast 13 Minuten Vorsprung. Doch wie am Vortag war die Flucht vor dem Finale beendet, so dass sich die Sprinter in Position bringen konnten.

Bei erneut großer Hitze hatten die Fahrer auf dem Weg von Marseille nach La Grande-Motte die langsamste errechnete Zeit um fast 50 Minuten überschritten. Große Teile der Etappe legten sie mit einem Stundenmittel von 35 Kilometern zurück.

Am Rande der Etappe sagte der Vorsitzende des Radsport-Weltverbands UCI, Pat McQuaid, über das Comeback von Lance Armstrong: "Ich würde es gerne sehen, wenn er auch 2010 fahren würde, denn das würde von heute aus gerechnet noch rund 18 Monate anhaltendes Medieninteresse bedeuten. Egal, was die Leute darüber denken, was er getan hat oder nicht, was nicht bewiesen ist - er bringt Medieninteresse. Vor dem Tour-Prolog in Monaco war eine Riesenschar Journalisten. Das ist gut für die Tour de France und gut für den Radsport insgesamt."

jar/dpa/sid



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Seite 1
Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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