Urin-Anschlag bei Tour de France Gestern gerempelt, heute besprenkelt

Die Fahrer müssen bei der Tour de France viel aushalten: Hitze, hohe Berge, rempelnde Rivalen. Doch Sprintstar Mark Cavendish hat es nun beim ersten Einzelzeitfahren der 100. Ausgabe noch schlimmer erwischt - ein Zuschauer bespritzte den Briten mit Urin.

Sprinter Cavendish: Jetzt auch im gelben Trikot
DPA

Sprinter Cavendish: Jetzt auch im gelben Trikot


Hamburg - Die elfte Etappe lief für Mark Cavendish ohnehin nicht gut, der Brite mühte sich durch das erste Einzelzeitfahren der 100. Tour de France, für den Sprintspezialisten galt die Maxime: durchkommen. Doch selbst das sollte für den 28-Jährigen äußerst unangenehm werden. Cavendish wurde von Zuschauern ausgebuht - und mit Urin bespritzt.

Jérôme Pineau, wie Cavendish für Team Omega Pharma-Quick-Step Cycling unterwegs, war vor seinem Kollegen auf die Strecke gegangen und machte kurz nach seiner Zielankunft seinem Ärger über den Vorfall Luft: "Gestern war ich stolz auf all die Fans, die uns anfeuern. Heute aber bin ich angewidert, weil mein Freund angepöbelt und mit Urin beworfen wurde."

"Er ist der Meinung, dass er so etwas nicht verdient hat"

Grund für den Ärger der Zuschauer könnte eine Szene vom Dienstag gewesen sein. Im Schlussspurt hatte Cavendish den Niederländer Tom Veelers angerempelt, der Fahrer von Argos-Shimano stürzte bei Tempo 60 und schlitterte über den Asphalt. Cavendish hatte später seine Unschuld an dem Vorfall beteuert, Veelers hingegen sagte: "Er hat mich verdammt noch mal vom Rad geholt."

Die Tour-Offiziellen jedoch werteten den Vorfall wie Cavendish und sprachen den Star von jeder Schuld frei. Die Zuschauer schienen das anders zu sehen. "Sie haben ihn erst beschimpft, und dann hat irgendein Idiot einen Becher mit Urin nach ihm geworfen", sagte Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere der Nachrichtenagentur AFP.

Cavendish sei nicht wütend, aber sehr enttäuscht. "Er ist der Meinung, dass er so etwas nicht verdient hat", fügte der 58-jährige Belgier hinzu. Der Teamkollege von Tony Martin wollte den Vorfall zunächst nicht kommentieren.

luk/sid/AFP



insgesamt 53 Beiträge
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pewehh 10.07.2013
1. Hat auch was Gutes
Sollte man später Cavendish des Dopings überführen, was ja nicht ganz so unwahrsheinlich ist, dann könnte der argumentieren, der Werfer hätte den Urin mit unerlaubten Substanzen versetzt (oder es war sowieso eine Probe eines anderen Fahrers) und dabei wäre er kontaminiert worden. So gesehen, könnte er sich ja geradezu bedanken...
Klaus100 10.07.2013
2. Die Bilder zeigten es deutlich
Cavendish hat gerempelt und den Sturz verursacht. In sofern haben sich die Zuschauer noch sehr zurückhaltend benommen. Ich wünschte mir, dass unsportliches Verhalten auch als solches geahndet würde.
trolleyhog 10.07.2013
3. nicht sportlich
weder das verhalten von cavendish gegenüber veelers (im eishockey nennt man das bodycheck) noch das verhalten der zuschauer hat was mit sport zu tun
flateric 10.07.2013
4. Sie haben Recht.
Zitat von trolleyhogweder das verhalten von cavendish gegenüber veelers (im eishockey nennt man das bodycheck) noch das verhalten der zuschauer hat was mit sport zu tun
Das Verhalten de Zuschauer hat wirklich nichts mit Sport zu tun... ... die Tour de France übrigens auch nicht.
Axel Schön 10.07.2013
5. Fahhrad-Gruftie?
Wie alt isser denn nu - 28 oder 58??!?
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