Tour de France Cavendish triumphiert im Schlussspurt

Sprintspezialist Mark Cavendish hat die 18. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Brite setzte sich im Massensprint vor Julian Dean und Alessandro Petacchi durch. Einen Tag vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren verteidigte der Gesamtführende Alberto Contador das Gelbe Trikot vor Andy Schleck.

AP

Hamburg - Mark Cavendish hat seinen vierten Etappensieg bei der 97. Tour de France gefeiert. Der Brite gewann den Massensprint nach 198 Kilometern von Salies-de-Bearn nach Bordeaux souverän vor dem Neuseeländer Julian Dean sowie dem Italiener Alessandro Petacchi.

"Ich bin sehr glücklich. Es ist unglaublich, was mein Team wieder geleistet hat. Ohne Mark war es ganz und gar nicht einfach", sagte Cavendish. "Aber nach der perfekten Vorarbeit musste ich einfach gewinnen."

Der Columbia-Sprinter musste erstmals bei einer Massenankunft auf seinen Anfahrer Mark Renshaw verzichten. Der Australier war nach der elften Etappe in Bourg-les-Valence nach einer Kopfstoß-Attacke gegen Dean disqualifiziert worden. Im Finale war es somit vor allem am Lampre-Team von Alessandro Petacchi, einen Sprinterzug aufzubauen. Cavendish wurde vom Österreicher Bernhard Eisel auf die letzten Meter geführt und stellte auch ohne Renshaw seine Klasse unter Beweis. Knapp 200 Meter vor dem Zielstrich fuhr er aus dem Windschatten Petacchis und ließ dem 36-jährige Altmeister keine Chance.

Contador hält Schleck auf Distanz

An der Spitze der Gesamtwertung gab es wie erwartet keine Veränderungen. Alberto Contador verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich und liegt acht Sekunden vor dem Luxemburger Andy Schleck. Olympiasieger Samuel Sanchez ist mit 3:32 Minuten Rückstand auf Contador Dritter.

Das einzige lange Einzelzeitfahren am Samstag bringt die Entscheidung über den Sieger der 97. Tour de France. Die 52 Kilometer von Bordeaux nach Pauillac sind komplett flach, eventuell könnte der Wind entlang der Gironde eine wichtige Rolle spielen. Contador gilt im Vergleich mit Schleck als der bessere Zeitfahrer.

Der deutsche Zeitfahr-Meister Tony Martin will die Etappe gewinnen, sein ärgster Widersacher dürfte Weltmeister und Olympiasieger Fabian Cancellara sein.

luk/sid/dpa

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wielkizbigniew 15.07.2010
1. ..
Leider wird sich Contador wohl wieder durchsetzen. Die Zeitfahrqualitäten seines einzigen Konkurrenten Schleck sind leider zu schlecht. Zudem ist das Team um Contador sehr gut besetzt. Ich hatte ja auch wieder auf Evans gehofft, aber mit gebrochenem Arm kann sogar der tapfere Evans nicht dagegenhalten. Tipp: 1.Contador 2.Schleck 3.Mentschow
MadMad 16.07.2010
2. ...
Zitat von sysopHerausforderer Andy Schleck und Titelverteidiger Alberto Contador scheinen den Sieg bei der 97. Tour de France unter sich auszumachen. Oder gibt es andere Fahrer, die noch in den Kampf um das Gelbe Trikot eingreifen können? Was ist noch von Rekordsieger Lance Armstrong zu erwarten?
Die Frage ist doch nicht "Wer setzt sich durch", sondern "Wen interessiert es" ? Wer sich nicht explizit informiert bekommt doch fast gar nichts mehr mit. Die Gründe dafür sind natürlich klar und werden die Tour noch mehrere Jahre begleiten.
Brettschneider 16.07.2010
3.
Zitat von wielkizbigniewLeider wird sich Contador wohl wieder durchsetzen. Die Zeitfahrqualitäten seines einzigen Konkurrenten Schleck sind leider zu schlecht. Zudem ist das Team um Contador sehr gut besetzt. Ich hatte ja auch wieder auf Evans gehofft, aber mit gebrochenem Arm kann sogar der tapfere Evans nicht dagegenhalten. Tipp: 1.Contador 2.Schleck 3.Mentschow
Mich erinnert das große Duell bei dieser Tour stark an den Zweikampf zwischen Contador und Rasmussen bei der Tour 2007. Hoffentlich dürfen wir das Spektakel diesmal zuende sehen. Wirklich schade, dass Evans aus dem Rennen um die Gesamtwertung ist. Zwar hätte ich nicht unbedingt den Sieg von ihm erwartet, aber sein unaufholbarer Rückstand macht es Contador viel leichter, sich auf die restlichen Mitfavoriten zu konzentrieren. Eigentlich sind es außer Contador nur noch 3 Fahrer, die sich mehr oder weniger ernsthafte Chancen auf den Tour-Sieg ausrechnen können. Neben Schleck noch Mentschow und S. Sanchez. Leipheimer stellt zumindest in den Bergen keine echte Gefahr mehr dar. Und bei fast 4 Minuten Rückstand reicht sein beachtliches Zeitfahr-Können nicht. Von den Broeck ist bisher für mich die Überraschung bei der diesjährigen Tour. Zeitfahren kann er auch - immerhin war er Juniorenweltmeister. Aber wie fit er in der 3. Tour-Woche noch ist, dahinter steht ein großes Fragezeichen. Normalerweise muss sich Contador nur noch an Schlecks Hinterrad klemmen, dann kann ihm nichts mehr passieren. Als die Meute noch unübersichtlicher war, konnte es schon passieren, dass der Spanier mal ein paar Sekunden von Schleck aufgebrummt kriegt. Bleibt es aber bei den 41 Sekunden Rückstand vor dem Zeitfahren, dann müsste er sich aller Voraussicht nach dort das Gelbe Trikot holen. Am Rande erwähnt: Dann hätte es seit der Operation Puerto nur noch spanische Tour-Sieger gegeben. Welch ein dreister Coup..... Vor allem, wenn man die unheimliche Dominanz der Sportnation Spanien in den populärsten Sportarten betrachtet: Fußball, Tennis, Radsport, Motorsport. Aber erstmal muss Contador seinen dritten Tour-Sieg schaffen. Auch er galt vor seinem ersten Sieg als schwacher Zeitfahrer, weshalb damals von Evans erwartet wurde, sich im ZF am vorletzten Tag das Gelbe Trikot zu holen. Contador wuchs über sich hinaus und ließ etliche ZF-Spezialisten hinter sich. Inzwischen gehört er in dieser Disziplin beständig zu den Weltbesten. Warum sollte Schleck nicht Ähnliches gelingen? Immerhin heißt sein Sportlicher Leiter Bjarne Riis. Hat er noch einen Trumpf im Ärmel?
Helidorst 16.07.2010
4. Sport - Tour de France - wer setzt sich durch?
Die Euro-Sport-Moderatoren haben es geschafft, mit ihren Live-Übertragungen viele Tour-Fans wieder für den härtesten Sport zu begeistern. Dagegen sind die Sendungen von ZDF und ARD total lahm.--Trotz der Hitzerekorde, die in den französischen Hochalpen bis GAP und weiter darüber hinaus den Fahrern fast Unmenschliches abverlangten, sind es gerade die neu hinzugekommenen Radsportler, die zeigen, wieviel Durchhaltungswillen in diesem Sport vorhanden ist. Da keine Sportart auch nur annähernd so intensiv nach Dopingvergehen überprüft wird, kann man davon ausgehen, dass solch zähe Arbeiter wie Sebastian Fischer, der schuftet für fünf und auch die jungen Franzosen weiterhin zum Zuge kommen.--Trotzdem verstehe ich nach wie vor nicht, dass Dopingsünder wie Winokurow und auch der Team-Manager Rolf Aldag und noch viele der älteren Dopingsünder mitfahren, so, als sei nichts gewesen.--Die Hubschrauberaufnahmen der wilden Berglandschaften allerdings sind unübertrefflich schön. So lernt man die Landschaften intensiv kennen.--Helidorst
raka, 16.07.2010
5. .
---Zitat von SPON--- Tour de France 2010 - wer setzt sich durch? ---Zitatende--- Natürlich der, der am besten gedopt hat, wie immer. Jetzt wird die Tour wieder gefeiert, demnächst, nach dem nächsten Doping-Skandal, wird sie wieder verdammt. Und der nächste Doping-Skandal kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
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