Tour de France Franzose Moncoutié siegt am Nationalfeiertag

Der Lokalmatador David Moncoutié hat die letzte Alpenetappe am französischen Nationalfeiertag der 92. Tour de France gewonnen. Das Hauptfeld mit Lance Armstrong und Jan Ullrich ist mit über zehnminütiger Verspätung im Ziel angekommen.


Sieger Moncoutié: Triumph des Lokalmatadoren
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Sieger Moncoutié: Triumph des Lokalmatadoren

Digne-les-Bains - Die Tourfavoriten gönnten sich auf der letzten Alpenetappe eine Auszeit, stattdessen sorgte Moncoutié am französischen Nationalfeiertag für den ersten Triumph eines Franzosen bei der 92. Tour. Der Cofidis-Fahrer holte sich auf dem zwölften Teilstück über 187 Kilometer von Briancon nach Digne-les-Bains im Alleingang den Tagessieg. Die Plätze zwei und drei belegten Sandy Casar (Frankreich) und Angel Vicioso (Spanien) mit 57 Sekunden Rückstand.

Armstrong, der auf der mittelschweren Etappe ohne Attacken der Gegner einen geruhsamen Tag verlebte, erreichte genauso wie Jan Ullrich und die anderen Favoriten 10:34 Minuten zurück im Hauptfeld das Ziel. Damit hat der Amerikaner im Gesamtklassement weiterhin einen Vorsprung von 38 Sekunden vor dem Dänen Mickael Rasmussen.

Ullrich ist als bester T-Mobile-Profi 4:02 Minuten zurück Neunter, einen Rang dahinter folgt Teamkollege Andreas Klöden (4:16). Besser postiert ist aber ein Gerolsteiner-Fahrer: Levi Leipheimer liegt weiterhin auf einem ausgezeichneten siebten Platz mit 3:58 Minuten Rückstand. "Es war ein schöner Ruhetag. Es war klar, dass die Franzosen am Nationalfeiertag etwas probieren wollten. Wir waren in jeder Gruppe vertreten. Gesamtklassementfahrer wie ich konnten sich schonen", sagte Ullrich.

Franzosen machen das Tempo

Am Nationalfeiertag bestimmen die Franzosen im Feld traditionell das Tempo. Zunächst bildete sich eine neunköpfige Ausreißergruppe mit vier einheimischen Fahren und und dem Deutschen Patrik Sinkewitz (Fulda). Als der Fluchtversuch gescheitert war, attackierte eine Gruppe mit 13 Fahrern, darunter auch der Tour-Debütant Stephan Schreck vom T-Mobile-Team. "Am Anfang habe ich mich gut gefühlt. Aber am ersten langen Berg sind meine Beine förmlich explodiert", sagte der Erfurter.

Tour-Profis unterwegs: "Es war ein schöner Ruhetag"
DPA

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Moncoutié nutze seine gute Form zur Flucht am Col du Corobin, einem Berg der zweiten Gruppe, und dem vorletzen Anstieg des Tages. Der Profi aus Blars-sur-Cere ist der 15. französischen Etappensieger am Nationalfeiertag in der Historie der Tour. "Es war wichtig für Frankreich, dass wir diese Etappe gewonnen haben. Ich habe alles gegeben, die letzten 15 Kilometer waren sehr hart. Ich bin überglücklich, ein Tour-Etappensieg ist immer etwas Besonderes", sagte Moncoutié.

Auch Beltran ausgestiegen

Auf dieser 12. Etappe wurde ein weiterer prominenter Fahrer zur Aufgabe gezwungen. Nach dem Sprinter Tom Boonen gehört nun auch Armstrong-Helfer Manuel Beltran nicht mehr zum Peloton. Der spanische Bergspezialist stürzte in der Abfahrt des Cote des Demoiselles Coiffees und konnte nicht mehr weiterfahren.

Das 13. Teilstück führt morgen von Miramas nach Montpellier über 173,5 Kilometer über flaches Terrain und wird aller Voraussicht nach von einem Sprinter gewonnen.



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