Tour de France Freire gewinnt 14. Etappe

Entscheidung im Massensprint: Der Spanier Oscar Freire vom Team Rabobank konnte sich im Schlussspurt den Sieg auf der Etappe von Nîmes nach Digne-Les-Bains sichern. Erik Zabel landete hinter dem Kolumbianer Leonardo Duque auf dem dritten Platz.


Hamburg - Bei der Ankunft in den Voralpen gewann der ehemalige Weltmeister Oscar Freire aus Spanien auf der 14. Etappe der 95. Tour de France. Der Rabobank-Profi setzte sich am Ende des Teilstücks über 194,5 Kilometer von Nîmes nach Digne-les-Bains im Schlussspurt vor Cofidis-Fahrer Leonardo Duque aus Kolumbien und Milram-Kapitän Erik Zabel durch. "Ich hatte heute das Gefühl, die Etappe ist 50 oder 80 Meter zu lang. Sonst hätte ich es vielleicht geschafft", sagte Zabel im Anschluss an das Rennen.

Freire nutzte die Chance zu seinem insgesamt vierten Tour-Etappensieg, nachdem der bislang überragende Sprinter und viermalige Etappensieger Mark Cavendish (Columbia) bei einem Anstieg 10 Kilometer vor dem Ziel abgehängt worden war. Damit baute Freire auch seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot des Sprintbesten aus.

Während der Australier Cadel Evans (Lotto) die Gesamtwertung weiter eine Sekunde vor dem Luxemburger Fränk Schleck (CSC) anführt, behauptete Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner seine Spitzenposition in der Bergpreiswertung. Der 28-Jährige hatte das rot gepunktete Trikot vom Italiener Riccardo Riccò nach dessen Suspendierung wegen eines positiven Dopingtests übernommen. Allerdings liegt Langs Teamkollege Bernhard Kohl nur einem Zähler Rückstand hinter ihm.

Die aussichtsreichste Fluchtgruppe der Etappe hatte sich nach 38 Kilometern gebildet und fuhr knapp 130 Kilometer als Quartett an der Spitze. Erst im letzten Anstieg des Tages, 25 Kilometer vor dem Ziel, löste sich der Spanier Jose Ivan Gutierrez von seinen Mitausreißern Sandy Casar (Francaise des Jeux), William Bonnet (Crédit Agricole) und Bram Tankink (Rabobank), um schließlich kurz vor der Bergwertung am Col de L'Orme ebenfalls vom Peloton wieder eingeholt zu werden. Auch ein letzter Fluchtversuch des Franzosen Sylvain Chavanel in der anschließenden 10 Kilometer langen Abfahrt blieb erfolglos.

Mit der 15. Etappe erreicht die Tour am Sonntag die Alpen und macht dabei einen Abstecher nach Italien. Der Tagesabschnitt von Embrun nach Prato Nevoso im Piemont ist 183 Kilometer lang und endet mit einer Bergankunft in 1440 Meter Höhe. Vor dem 11,4 Kilometer langen und bis zu 8,5 Prozent steilen Schlussanstieg steht beim Grenzübertritt mit dem 2744 Meter hohen Col Agnel der vierthöchste Alpenpass auf dem Programm.

Die Bergwertung der höchsten Kategorie folgt nach einem 20,5 Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich 6,6 Prozent Steigung. Am Montag können die Fahrer beim zweiten Ruhetag noch einmal Kräfte sammeln, ehe auf den beiden wohl schwersten Etappen dieser Tour am Dienstag und Mittwoch möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fällt.

jar/sid/dpa



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