Tour de France Klöden trotz Sturzes weiter dabei, Winokurow vor dem Aus

Glück im Unglück für Andreas Klöden: Der Zweite der Gesamtwertung wird wohl heute an den Start gehen können. Nach einem Sturz auf der fünften Etappe hatte dem Astana-Fahrer zwischenzeitlich das Tour-Aus gedroht. Dieses könnte jedoch einem Teamkollegen Klödens ereilen.


Hamburg - Klöden wurde nach der Zieldurchfahrt der fünften Etappe zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Er zog sich einen Haarriss am Steißbein und Prellungen am Oberschenkel zu. "Es sieht nicht ganz so dramatisch aus wie angenommen. Er wird wohl weiterfahren können", sagte Astana-Sportdirektor Mario Kummer. Der Zweite der Gesamtwertung war auf dem heutigen Teilstück in einen Graben gestürzt, konnte jedoch wieder Anschluss ans Feld finden und kam mit der Spitzengruppe ins Ziel.

Sein Teamkollege Alexander Winokurow büßte dagegen Zeit ein und muss um die Fortführung der Tour bangen. Der Kasache verpasste nach seinem Sturz 20 Kilometer vor dem Ziel den Anschluss und kam mit 1:18 Minuten Rückstand auf die Gruppe um Tagessieger Filippo Pozzato aus Italien und Gesamt-Spitzenreiter Fabian Cancellara aus der Schweiz ins Ziel. Der Kasache habe "offene Wunden an beiden Knien bis hinunter zum Muskel, die genäht werden mussten", berichtete Teamchef Marc Biver. Das sei zum Radfahren "sehr schlimm". Auch mit Blick auf Klöden blieb Biver skeptisch: "Das Problem sind die Schmerzen. Ob das in den Bergen gut geht, ist fraglich."

Im Spurt um den Tagessieg setzte sich Filippo Pozzato im Spurt der ersten Gruppe durch. Erik Zabel konnte seine gute Ausgangsposition nicht nutzen und musste sich mit Platz fünf zufrieden geben. Allerdings eroberte er damit das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers vom Belgier Tom Boonen, der nicht in der ersten Gruppe vertreten war. "Ich freue mich riesig, dass ich nach vielen Jahren mal wieder das Grüne Trikot tragen darf", sagte Zabel.

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Schweizer Fabian Cancellara vom CSC-Team. Zweiter ist Andreas Klöden vom Team Astana mit 33 Sekunden Rückstand. Pozzato gelang durch seinen Erfolg der Sprung auf Platz drei. Er liegt 35 Sekunden zurück.

Das Gepunktete Trikot des Bergbesten darf sich der Franzose Sylvain Chavanel überstreifen. Er fuhr lange in einer Ausreißergruppe mit und sicherte sich sieben der acht Bergwertungen. Er und seine Fluchtgefährten hatten zeitweise einen Vorsprung von 14 Minuten auf das Feld, der aber zwölf Kilometer vor dem Ziel aufgebraucht war. Den Nachwirkungen einer Sturzverletzung auf der ersten Etappe in England musste Zabels Milram-Helfer Brett Lancaster Tribut zollen. Der australische Tour-Debütant gab 85 Kilometer vor dem Ziel auf.

Die "Woche der Sprinter" endet heute in Burgund vor den Ausläufern des Jura-Gebirges. Auf 199,5 Kilometern zwischen der historischen Regions-Hauptstadt Semur-en-Auxois und dem Ziel im Industrie-Zentrum Bourg-en-Bresse 60 Kilometer nördlich von Lyon warten überwiegend flache Abschnitte auf das Feld, nur unterbrochen durch zwei Bergprüfungen der vierten Kategorie. Am Wochenende geht es in die Alpen.

bri/sid

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