Tour de France Er kann es doch noch

Dreimal scheiterte Peter Sagan knapp am ersten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France. In Colmar gelang ihm der Triumph. Ein anderer Fahrer schlug sich derweil mit einem Sonnenschirm herum.

Peter Sagan hat noch immer den Durchblick im Sprint.
David Stockmann / DPA

Peter Sagan hat noch immer den Durchblick im Sprint.

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Szene des Rennens: Schon 130 Meter vor dem Finish löste sich Peter Sagan aus dem Windschatten seiner Konkurrenten und setzte sich an die Spitze der Sprinter. Keiner konnte es mit dem Träger des Grünen Trikots aufnehmen. Am Ende siegte Sagan auf der fünften Etappe so dominant, dass er sogar aufrecht über die Ziellinie fahren konnte.

Ergebnis: Sagan gewann die 175,5 Kilometer lange Etappe von Saint-Dié-des-Vosges nach Colmar vor Wout van Aert und Matteo Trentin. Julian Alaphilippe verteidigte das Gelbe Trikot und wird es auch auf der sechsten Etappe tragen. Hier geht es zum Bericht.

Er kann es doch noch: Auf der ersten Etappe verlor Peter Sagan den Endspurt gegen Mike Teunissen, einen Sprinthelfer. Auf der fünften Etappe siegte der Italiener Elia Viviani vor dem Fahrer von Bora-Hansgrohe. Doch auf der fünften Etappe war es so weit: Sagan gewann seine erste Tour-Etappe in diesem Jahr. "Man braucht Geduld, dann kommt auch der Sieg", sagte der Slowake. Er baute seine Führung in der Punktewertung aus und hat weiter gute Chancen, zum siebten Mal das Grüne Trikot nach Paris zu tragen.

Unruhiger Beginn: Schon nach fünf Tagen rollte die Tour de France ins Mittelgebirge der Vogesen, auf der Etappe mit vier Bergwertungen wurden große Ausreißergruppen und ein Sieg eines Klassikerspezialisten erwartet. Nach dem scharfen Start kam es auch zu einigen Attacken, doch oft wurden die möglichen Ausreißer, darunter unter anderem Thomas de Gendt, schon nach kurzer Zeit wieder gestellt. Das Peloton hielt Ausreißer an der kurzen Leine.

Geburtstagsgrüße: Das Peloton ließ nichts anbrennen und so entwickelte sich ein sehr berechenbares Rennen. Katusha-Fahrer Rick Zabel fand sogar Zeit, seiner Freundin Leonie zum Geburtstag zu gratulieren.

Ausreißer des Tages: Vier Fahrer schafften es dann aber doch, sich vom Feld zu lösen. Tim Wellens, der Träger des Bergtrikots, Simon Clarke, Mads Würtz Schmidt und der lettische Meister Toms Skuijns machten sich auf die Reise. Doch das Peloton ließ dem Quartett nur wenige Minuten Vorsprung. Tim Wellens sicherte sich Bergpunkte, sodass er das Gepunktete Trikot behält, dann wurde seine Gruppe aber gestellt.

15 Minuten Berühmtheit: Toms Skuijns wollte sich seinem Schicksal nicht ergeben und attackierte noch einmal, kurz bevor die Ausreißergruppe eingefangen wurde. Skuijns gewann die vorletzte Bergwertung, wurde dann aber als letzter Ausreißer an der Côte des Trois-Épis eingefangen.

Verwirrung um Katusha: Noch als die Etappe lief, veröffentlichte die französische L'Équipe einen Bericht, in dem es hieß, das Team Katusha stünde zum Ende des Jahres vor dem Aus. Angeblich hat die Mannschaft keine Hauptsponsoren mehr für das kommende Jahr. "Es gibt viele Gerüchte, wir selber wissen auch noch nichts. Mehr kann ich nicht sagen. Wir brauchen Ergebnisse, sonst sind wir nächstes Jahr arbeitslos", sagte der deutsche Katusha-Profi Nils Politt: "Kopf aus und weiterfahren. Fertig." Für Katusha arbeitet auch Erik Zabel. Der ehemalige Top-Sprinter ist sogenannter Performance Manager der Mannschaft.

Schirmherrschaft: Was ist den Fahrern bei der Tour de France nicht schon alles vor die Reifen gelaufen: Hunde, Katzen, Kinder - aber sicher noch kein Sonnenschirm. Der Franzose Tony Gallopin wurde auf der 5. Etappe von einem grünen Exemplar gestoppt, konnte aber glücklicherweise unverletzt weiterfahren

Kampf gegen die Technik: Sprinter Edvald Boasson Hagen musste sich an den finalen Anstiegen zurückfallen lassen, weil sein Rad einen Defekt hatte. Während viele Sprinter dem Peloton nicht mehr folgen konnten, kämpfte sich der Norweger aber wieder zurück - und belegte im Ziel einen unter diesen Umständen beachtlichen zwölften Platz.

Wie geht es weiter? Für Attacken der Favoriten war die fünfte Etappe noch zu flach, der sechste Tag könnte spannender werden. Auf dem Weg von Mülhausen zur Planche des Belles Filles stehen sieben Bergwertungen an, eine davon im Ziel. Die Favoriten um Vorjahressieger Geraint Thomas und Egan Bernal vom Team Ineos könnten dann erste Angriffe auf das Gelbe Trikot von Julian Alaphilippe fahren.



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