Tour de France Radprofi Casper als Doper identifiziert

Erwischt: Radprofi Jimmy Casper ist als fünfter Fahrer der diesjährigen Tour de France des Dopings überführt worden. Das gab die französische Anti-Doping-Agentur am Samstag bekannt. Sie hatte bereits am Freitag von dem Dopingfall berichtet, Caspers Namen aber nicht genannt.


Hamburg - Der Franzose Jimmy Casper ist als fünfter Teilnehmer der 95. Tour de France des Dopings überführt worden. Dies teilte Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, am Samstagabend in Paris mit. Casper sei positiv auf eine "verbotene Substanz" getestet worden und habe kein Attest für die Einnahme von Kortikoiden vorlegen können.

Tour de France: Fünfter Doper identifiziert
AP

Tour de France: Fünfter Doper identifiziert

Das Team Agritubel hat Casper vorläufig suspendiert. Der Fahrer beteuert jedoch, eine Ausnahmegenehmigung vorweisen zu können. "Ich habe Asthma und das Mittel deswegen genommen und nicht als Dopingmittel", sagte Casper. "In meinen zwölf Jahren als Profi hatte ich eine Ausnahmegenehmigung für ein Mittel namens Syndicort, diese lief am 29. Mai aus. Die anschließende Genehmigung bezieht sich auf das Mittel Becotide, und so kam das positive Ergebnis zustande." Casper hofft, dass der französischen Radsportverband FFC und der Weltverband UCI seine Erklärung akzeptieren und Milde walten lassen.

Der 30-Jährige ist nach Moises Dueñas Nevado, Manuel Beltran (beide Spanien), Riccardo Ricco (Italien) und Dimitri Fofonow (Kasachstan) der fünfte Dopingfall der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Casper war nach der 17. Etappe hinauf nach L'Alpe d'Huez ausgestiegen.

Die AFLD hatte am Freitag bereits mitgeteilt, dass ein Fahrer positiv auf Glucocorticoide getestet worden sei, obwohl der Fahrer für das Steroidhormonpräparat keine Ausnahmegenehmigung besessen habe. Die Doping-Kontrolleure hatten aber den Namen des Sportlers nicht bekannt gegeben.

Insgesamt hatte die AFLD bei 13 Fahrern 22 abnormale Ergebnisse registriert. Sieben Akteure wurden positiv auf Glucocorticoide getestet, sechs Fahrer besaßen dabei eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Bei zwei weiteren Fahrern wurde das Asthmamittel Salbutamol festgestellt, auch hier lag ein medizinisches Attest vor. Hinzu kamen die bereits namentlich bekannten vier positiven Fälle.

Wie die AFLD ferner mitteilte, besaßen 76 der 180 gestarteten Fahrer vor dem Grand Départ in Brest eine medizinische Ausnahmegenehmigung für diverse Präparate. Die französische Anti-Doping-Agentur war in diesem Jahr erstmals für die Dopingkontrollen zuständig, nachdem die Tour-Organisation Aso die Zusammenarbeit mit dem Radsportweltverband UCI beendet hatte.

ulz/sid/dpa



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