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Neunte Tour-Etappe: Winokurow raus, Voeckler ins Gelbe Trikot

Foto: JOEL SAGET/ AFP

Tour de France Schwere Stürze überschatten neunte Tour-Etappe

Alexander Winokurow brach sich den Oberschenkel, zwei weitere Fahrer wurden von einem TV-Fahrzeug umgefahren: Die neunte Etappe der Tour de France stand im Zeichen schwerer Stürze. Thomas Voecklers Fahrt ins Gelbe Trikot und Louis Léon Sánchez' Sieg gerieten zur Nebensache.

Hamburg - Der französische Radprofi Thomas Voeckler hat auf der neunten Etappe der 98. Tour de France das Gelbe Trikot von Thor Hushovd übernommen. Doch das geriet - wie auch der Tagessieg des Spaniers Louis Léon Sánchez - zur Nebensache: Bei einem Massensturz auf der Abfahrt vom Col du Pas de Peyrol 106 Kilometer vor dem Ziel verletzte sich Alexander Winokurow schwer. Der Astana-Radprofi zog sich einen Oberschenkelbruch zu und muss die Tour vorzeitig beenden.

Für den 37-Jährigen könnte die Verletzung auf der 208 Kilometer langen Strecke von Issoire nach Saint-Flour nun das Karriereende bedeuten. Winokurow wollte am Ende der Saison seine aktive Laufbahn ohnehin beenden. Im kommenden Jahr wird der Kasache sportlicher Leiter des neuen Teams Astana II.

Auch für drei weitere Fahrer ist die Tour durch Stürze beendet: Omega-Fahrer Jurgen van den Broeck, Teamkamerad des Deutschen André Greipel, schied mit einem Bruch des Schulterblatts aus. Auch van den Broecks belgischer Landsmann Frederik Willems konnte die Etappe nicht beenden. David Zabriskie aus dem Garmin-Team brach sich das Handgelenk und musste das Rennen ebenfalls aufgeben.

TV-Fahrzeug sorgt für zweiten Unfall

Auch Tony Martin und Andreas Klöden, die beiden besten Deutschen im Tour-Klassement kamen zu Fall, konnten das Rennen aber mit leichten Verletzungen fortsetzen. "Ich bin in den Haufen reingefallen und habe auch etwas abbekommen. Die Fahrweise war normal, das Problem war aber die Streckenführung. Das war eine gefährliche Kurve, die nicht ausgewiesen war. Wir sind da blind reingefahren", sagte Martin.

Klöden wurde nach dem Rennen ins Krankenhaus gebracht. Dort wurden einem Radioshack-Teamsprecher zufolge Hämatome am Rücken sowie eine Verspannung der Muskulatur festgestellt. "Am Montag will er eine Testfahrt machen und dann entscheiden, wie es weitergeht", sagte der Sprecher.

Für einen Skandal sorgte der Fahrer eines französischen TV-Fahrzeugs. Das Auto rammte bei einem Überholversuch Radprofi Juan Antonio Flecha. Der Spanier verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte. Dabei riss er Johnny Hoogerland aus den Niederlanden mit, der kopfüber in einen Zaun am Straßenrand flog.

Beide Fahrer, die in einer fünfköpfigen Spitzengruppe lagen, kamen mit einigen Schürfwunden davon und konnten die Fahrt fortsetzen. Doch derart beeinträchtigt wurden sie im weiteren Verlauf des Rennens vom Hauptfeld eingeholt. "Die Enttäuschung und der Schock sitzen tief. Es ist aber noch zu früh, um Vorwürfe zu machen. Johnny ist am ganzen Körper verletzt und hat tiefe Schnittwunden", sagte Hoogerlands Teamchef Michel Cornelisse.

Am Montag ist Ruhetag. Dienstag geht es dann mit der 158 Kilometer langen Etappe von Aurillac nach Carmaux weiter. (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

bka/dapd/sid/dpa
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