Tour de France Dumoulin gewinnt Einzelzeitfahren

Es wurde gefahren, aber Radsport war nur eine Nebensache: Im Schatten des Anschlags von Nizza gewann Tom Dumoulin das Zeitfahren bei der Tour de France. Tony Martin enttäuschte.

Tom Dumoulin
Getty Images

Tom Dumoulin


Im Schatten des Anschlags von Nizza am Vorabend wurde das erste Zeitfahren der diesjährigen Tour de France ausgetragen. Tom Dumoulin vom deutschen Team Giant-Alpecin gewann das Rennen gegen die Uhr, das die Fahrer über 37,5 Kilometer von Bourg-Saint-Andéol nach La Caverne du Pont-d'Arc in Südfrankreich führte. Der deutsche Meister und Zeitfahrspezialist Tony Martin (Etixx-Quick-Step) wurde überraschend nur Neunter. Das Gelbe Trikot behält Favorit Chris Froome (Sky).

Dumoulin war in 50:15 Minuten 63 Sekunden schneller als der Zweite Froome (51:18). Der Brite baute seinen Vorsprung im Gesamtklassement auf jetzt 1:47 Minuten vor Bauke Mollema (Trek-Segafredo) und 2:45 vor Landsmann Adam Yates (Orica-BikeExchange) aus. Größter Verlierer des Tages war der vor der Tour als härtester Froome-Widersacher gehandelte Nairo Quintana (Movistar). Der Kolumbianer verlor über zwei Minuten auf Froome.

Martin, der bei der Tour bisher drei große Zeitfahren gewonnen hatte, brauchte auf dem schweren Parcours bei starkem Wind 52:20 Minuten.

Wegen der tragischen Ereignisse in Nizza hatte es am Vormittag am Start eine Schweigeminute gegeben, auch bei der Siegerehrung gedachten die Fahrer der Opfer des Anschlags. Etappensieger Dumoulin hätte auch eine Absage des Zeitfahrens akzeptiert: "Fürs Fortsetzen und Aussetzen gab es gute Argumente - das war heute ein Rennen unter ganz besonderen Umständen", sagte der Niederländer und zeigte seine Freude nicht.

rae/dpa



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zoon.politicon 15.07.2016
1.
"Tony Martin enttäuschte?" Ich sehe zwar weiterhin gerne Tour de France, aber kann nicht glauben, dass es heute ohne Doping zugeht, das relativiert für mich alle Ergebnisse.
Le Commissaire 15.07.2016
2.
Zitat von zoon.politicon"Tony Martin enttäuschte?" Ich sehe zwar weiterhin gerne Tour de France, aber kann nicht glauben, dass es heute ohne Doping zugeht, das relativiert für mich alle Ergebnisse.
Auch der Radsport wird weiterhin den einen oder anderen Dopingfall erleben, von den professionell betriebenen Ausdauersportaten wird es aber derzeit der sauberste sein. Über "Kontrollen" wie beim Fußball können Profi-Rennradfahrer echt nur lachen, das sind zwei verschiedene Welten.
gratiola 15.07.2016
3. Na klar!
Es wird weiter gedopt! Es geht immer um Viel Geld und ergo um den kleinen Vorteil. Sieger wird wer den besten Doktor hat, d.h. Gendoping etc. ohne Nachweis jetzt.
Lankoron 15.07.2016
4. Wieso
Klar war er nur 9., und der Rückstand gigantisch für ihn. Aber es war auch kein Kurs für einen Tony Martin, mit 600 Höhenmetern auf dieser Strecke...
frenchhornplayer85 16.07.2016
5.
aber andere sportarten gucken sie sich ohne vorbehalte an?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.