Tour de France Top-Sprinter Cavendish holt vierten Etappensieg

Souveräner Erfolg: Der Brite Mark Cavendish hat den elften Abschnitt der Tour de France gewonnen. Zudem eroberte der Columbia-Profi das Grüne Trikot zurück. Zuvor hatten zwei Ausreißer lange Zeit das Renngeschehen bestimmt - bis sie kurz vor dem Ziel eingeholt wurden.


Hamburg - Mark Cavendish setzt seine Rekordjagd bei der 96. Tour de France fort: Der Brite düpierte bei seinem vierten Etappensieg erneut die Konkurrenz und eroberte das Grüne Trikot vom diesmal fünftplazierten Norweger Thor Hushovd zurück. Der Sprintspezialist triumphierte auf dem elften Teilstück über 192 Kilometer von Vatan nach Saint-Fargeau vor dem Amerikaner Tyler Farrar und dem Weißrussen Yauheni Hutarowitsch.

Durch den insgesamt achten Tour-Etappensieg seiner Karriere stellte Cavendish den 34 Jahre alten Rekord seines Landsmannes Barry Hoban ein. Milram-Sprinter Gerald Ciolek belegte als bester Deutscher den siebten Platz. "Cavendish ist nicht zu knacken. Die Vorarbeit seines Teams war wieder perfekt", sagte Ciolek.

An der Spitze des Gesamtklassements blieb alles beim Alten. Der italienische Außenseiter Rinaldo Nocentini verteidigte zum vierten Mal in Folge das Gelbe Trikot des Gesamtersten erfolgreich und liegt weiter sechs Sekunden vor dem spanischen Top-Favoriten Alberto Contador und weitere zwei vor dem siebenmaligen Tour-Champion Lance Armstrong.

Der deutsche Youngster Tony Martin weist weiter einen Rückstand von einer Minute auf und trägt auch am Donnerstag das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis. Allerdings rutschte der 24-Jährige durch eine Jury-Entscheidung wieder zurück auf den siebten Gesamtrang. Bradley Wiggins, der am Dienstag durch einen Sturz auf dem letzten Kilometer 15 Sekunden eingebüßt hatte, wurde die Zeit wieder gutgeschrieben und rückte damit auf den sechsten Platz vor.

Wie im Vorjahr steht Top-Sprinter Cavendish nun schon bei vier Etappensiegen und schickt sich an, die nächsthöhere Stufe (fünf Siege von Armstrong 2004) zu erreichen. Den Rekord halten Charles Pelissier (1930), Eddy Merckx (1970/74) und Freddy Maertens (1976) mit je acht Etappensiegen bei einer Frankreich-Rundfahrt.

Bevor es zum Massensprint kam, hatten erst einmal die beiden Ausreißer Johan van Summeren aus Belgien und der Pole Marcin Sapa das Geschehen bestimmt. Das Duo ergriff nach 24 Kilometern die Flucht und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von 4:15 Minuten heraus. Fünf Kilometer vor dem Ziel wurden beide aber wieder eingeholt.

Unterdessen ist im Streit über das Funkverbot eine Entscheidung in Sicht. Nachdem am Dienstag die Fahrer ohne Funkverbindung ins Rennen gegangen waren und dies mit einer Bummelfahrt quittierten, will der Radsport-Weltverband UCI am Donnerstag eine Entscheidung hinsichtlich der Etappe nach Colmar treffen. Auf der Fahrt durch die Vogesen am Freitag war ursprünglich auch das Funkverbot vorgesehen. Die UCI versprach sich damit ein weniger von Taktik geprägtes Renngeschehen. Es deutet sich an, dass das Funkverbot auf der 13. Etappe nun doch nicht aufrechterhalten wird.

Am Donnerstag könnte Cavendish seinen fünften Sieg folgen lassen. Allerdings ist der Streckenverlauf nicht gar so flach wie auf den letzten beiden Etappen. Auf dem 211,5 Kilometer langen Teilstück sind fünf Berge der vierten und einer der dritten Kategorie zu bewältigen.

wit/sid



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Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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