Tour de Romandie Evans gewinnt, Ullrich auf Rang 115

Cadel Evans hat die 60. Tour de Romandie gewonnen. Ein starker Auftritt im Zeitfahren sicherte dem Australier den Erfolg. Jan Ullrich stand im Endklassement weit hinter dem Sieger. Als Vorbereitung für kommende Aufgaben sah er das Rennen trotzdem als Erfolg an.


Lausanne -  Evans fuhr im abschließenden Einzelzeitfahren über 20,4 Kilometer in Lausanne in 26:19 Minuten die schnellste Zeit und verdrängte damit den Spanier Alberto Contador noch vom ersten Platz. Bester Deutscher war Jörg Jaksche, der im Kampf gegen die Uhr 50 Sekunden hinter Evans Sechster wurde und damit Rang vier im Endklassement (+0:54) belegte.

Cadel Evans: Gesamtsieger durch Zeitfahr-Erfolg
REUTERS

Cadel Evans: Gesamtsieger durch Zeitfahr-Erfolg

Jan Ullrich beendete das Rennen mit knapp 50 Minuten Rückstand auf Rang 115. Trotzdem strahlte der T-Mobile-Kapitän nach seinen ersten 653 Rennkilometern der Saison wieder Zuversicht aus. "Das ist ein großer Erfolg für mich, dass ich hier durchgekommen bin. Das Knie hat gehalten, ich fahre nun mit Mut zum Giro, um dort meine Form weiter aufzubauen und zu verbessern", sagte er.

Zehn Bergprüfungen mit insgesamt rund 7000 Höhenmetern hatte Ullrich in den zurückliegenden sechs Tagen absolviert und dabei seinem Trainingsrückstand Tribut zollen müssen. "Das war ein schweres Rennen, aber ich habe mich überwunden. Auch das abschließende Einzelzeitfahren war nochmal sehr hart", sagte Ullrich, der für die letzten 20,4 Kilometern 28:47 Minuten benötigte und damit nochmals 2:28 Minuten auf Evans verlor. Rudy Pevenage, Sportlichen Leiter von T-Mobile, war dennoch von der Moral seines Schützlings beeindruckt: "Jan hat Mut und Kampfgeist bewiesen, bei so einem schweren Rennen einzusteigen und durchzukommen. Das schaffen nur wenige Fahrer."

Im Vordergrund stand in der Schweiz, dass Ullrichs Knie unter Höchstbelastung hält. Wegen einer Reizung im rechten Knie hatte der 32-Jährige seinen ursprünglichen Renneinstieg bei der Sarthe-Rundfahrt vor drei Wochen absagen müssen. Diese Probleme scheinen nun überwunden.

Der Giro-Teilnahme ab Samstag im Lütticher Vorort Seraing steht dementsprechend nichts mehr im Weg. Die dreiwöchige Italien-Rundfahrt will Ullrich aber ausschließlich als Training nutzen. Dort trifft der Deutsche unter anderem auf seinen großen Tour-Rivalen Ivan Basso, der in diesem Jahr das Double, bestehend aus Giro und Tour, anstrebt. Ullrich hatte in seiner Karriere bislang zweimal den Giro absolviert, zuletzt 2001.

kob/sid



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