Tourenwagen-Meisterschaft Di Resta macht Titelkampf spannend

Jubel bei Mercedes: Paul di Resta fuhr in Le Mans auf Platz zwei und verhinderte so den vorzeitigen Titelgewinn von Konkurrent Timo Scheider. Der Audi-Pilot wurde trotz langer Führung nur Sechster. Nun fällt die Entscheidung beim letzten Rennen in Hockenheim.


Hamburg - Der Sieg in Le Mans ging an Audi-Pilot Mattias Ekström, der bereits zum dritten Mal in dieser Saison jubeln durfte. Für die Gesamtwertung war aber nicht der Erfolg des Schweden entscheidend, sondern vielmehr der zweite Platz von Paul di Resta sowie der sechste Rang von Spitzenreiter Timo Scheider. Di Resta verkürzte seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf zwei Punkte, so dass die Entscheidung über die Meisterschaft erst am 26. Oktober im letzten Rennen in Hockenheim fällt.

Mercedes-Pilot di Resta in Barcelona: "Voll auf Angriff"
DPA

Mercedes-Pilot di Resta in Barcelona: "Voll auf Angriff"

Audi-Pilot Scheider hätte sich in Le Mans bereits den Titel sichern können, wenn er vier Punkte mehr als di Resta verbucht hätte. Der 29-Jährige lag zwischenzeitlich schon weit in Führung, ehe er bei starkem Regen zurückfiel: "Ich habe mich hier schon sicher gefühlt, denn ich hatte einen riesigen Vorsprung. Aber irgendwie haben wir es nicht hinbekommen", sagte Scheider, "das Auto war im Regen schlecht zu fahren. So ist das halt, da kann man nichts machen."

Di Resta zeigte sich begeistert: "Das ist ein Super-Ergebnis. Ich habe es selbst in der Hand und freue mich auf Hockenheim. Dort fahre ich voll auf Angriff." Tatsächlich reicht dem 22-Jährigen beim Finale ein eigener Sieg zum Titelgewinn - unabhängig von der Platzierung Scheiders. Beide Kontrahenten haben jeweils zwei Saisonsiege auf dem Konto.

Scheider hatte in Le Mans einen Traumstart erwischt, er setzte sich in der ersten Kurve sofort an die Spitze des Feldes. Der Audi-Pilot war im Gegensatz zu di Resta auf Slicks unterwegs. Das Risiko wurde belohnt, gemeinsam mit Ekström setzte er sich schnell ab. Nach den ersten Boxenstopps führte Ekström vor Scheider, di Resta lag zu diesem Zeitpunkt nur auf Rang sechs.

Während Scheider bei seinem zweiten Stopp weiter auf Trockenreifen blieb, wechselte di Resta wieder auf Regenreifen. Als der Niederschlag stärker wurde, musste auch Scheider einen Zusatz-Stopp einlegen und Regenreifen aufziehen lassen. In dieser Phase des Rennens hatte di Resta so viel Zeit gutgemacht, dass er auf Position fünf plötzlich einen Rang vor Scheider lag. In der Folge verbesserte er sich auf Platz zwei, Scheiders Hoffnung auf den vorzeitigen Titelgewinn war vergeblich.

Für Ralf Schumacher war das Rennen schon in der ersten Runde beendet, als er nach einem Schubser eines Konkurrenten mit seinem Mercedes im Kiesbett landete.

hut/sid



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