Tourhistorie Bobet tanzte Rock'n'Roll


Zweite Etappe

- Bereits 1994 fiel in Calais der Startschuss zu einem Teilstück der Tour de France. Allerdings ging es damals nur über 67 Kilometer - bei der dritten Etappe stand das Mannschaftszeitfahren auf dem Programm. Am Ziel, der Einfahrt des Eurotunnels, freuten sich die Fahrer des Teams GM-MG (Lefevere) über die beste Gesamtleistung. Das Zeitfahren war es auch, das Chris Boardman nach drei Tage der 81. Tour das Gelbe Trikot von den Schultern nahm.

Bis zur neunten Etappe wechselte das Trikot im Fahrerfeld hin- und her, bis dann endlich der "rechtmäßige Besitzer" das gelbe Hemd wieder übergezogen hatte: Miguel Indurain, wegen seiner Ausdauer und Schnelligkeit ehrfürchtig auch "El Tren" genannt. "Der Zug" war für den Rest des Feldes abgefahren, Indurain wurde zum vierten Mal Tour-Sieger.

Der Triumph des Bäckersohnes

Antwerpen erlebt heute zum ersten Mal eine Zielankunft der Tour de France. Die zweitgrößte Stadt Belgiens war 1954 zwar bereits Gastgeber beim großen Rennen im Nachbarland, als die Tour in Amsterdam und damit erstmals im Ausland ihren Anfang genommen hatte. Doch die Zuschauer in Antwerpen durften den Fahrern damals nur hinterher schauen, wie sie auf der zweiten Etappe des 41. Frankreich-Rennens in Richtung Lille starteten.

Es siegte der Franzose Louison Bobet, der bereits 1953 die Tour gewonnen hatte. Insgesamt 16 Tage der 23 Etappen umfassenden Rundfahrt trug Bobet das Gelbe Trikot und konnte am Ende in Paris den Erfolg des Vorjahres wiederholen. Doch damit hatte der Sohn einer bretonischen Bäckerfamilie noch nicht genug: Auch im folgenden Jahr begnügte Bobet sich nicht mit kleinen Brötchen wie vereinzelten Etappenerfolgen. Er will der Erste sein, der das härteste Radrennen dreimal hintereinander gewinnt. Der Hattrick gelingt, und Louison Bobet, der "König der Berge", tanzt 1955 mit seinem Rad Rock'n'Roll.



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