Tourhistorie Dänischer Frühling, spanischer Herbst


Dritte Etappe

- Der Ort Seraing ist erst einmal auf der Landkarte der Tour de France erschienen: 1995 sprinten die Fahrer auf der 82. Frankreich-Schleife beim Einzelzeitfahren über die Ziellinie in der belgischen Kleinstadt nahe Lüttich. Auf dem Podest steht am Ende der damals schnellste Radprofi, Miguel Indurain vom Banesto-Team.

Zwölf Sekunden hat der Spanier dem Dänen Bjarne Riis vom Team Gewiss-Balan auf den 54 Kilometern von Huy nach Seraing abgeknöpft. Indurain gewinnt das Rennen in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge - wohl ein Rekord für die Ewigkeit. Riis belegt in der Gesamtwertung am am Ende den dritten Platz hinter dem Schweizer Alex Zülle.

Der Tod des Italieners Casartelli

Überschattet wird die Tour in diesem Jahr allerdings vom Todessturz des Italieners Fabio Casartelli, Team-Gefährte von Lance Armstrong bei Motorola. Auf der rasanten Abfahrt der 15. Etappe von Portet d'Aspet in den Pyrenäen stürzt der 25-jährige Italiener aus Como in einer Rechtskurve und prallt mit dem Kopf gegen einen 40 Zentimenter hohen Begrenzungsstein. Daher ist die Stimmung unter den Fahrern auch fünf Tage später im Ziel auf den Champs-Elysées spürbar gedämpft.

Bjarne Riis aber gefällt die Aussicht vom Podest offenbar. Bereits im nächsten Jahr steht er - nun in Diensten des Team Telekom - ganz oben. Zweiter wird 1996, völlig unerwartet und mit nur 1:41 Minuten Abstand, ein weiterer und bis dato nahezu unbekannter Telekom-Fahrer: der Deutsche Jan Ullrich.



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