Transatlantik-Regatta Bremer Yacht "Monsun" erleidet Schiffbruch

Der Alptraum jedes Seglers ist bei der Transatlantik-Regatta bittere Realität geworden. Die Bremer Hochseeyacht "Monsun" sank im Sturm. Bei schwerem Seegang musste die anderen Crews der Tragödie hilflos beiwohnen.


Bremen - Es ist der Alptraum eines jeden Seglers: Seenot in mitten eines Ozeans. Für die Mannschaft der Bremer Hochseeyacht "Monsun" ist er am 20. Juni bei der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge 2003 bittere Realität geworden.

 Sank im Sturm: Die Bremer Yacht Monsun
Peter Pflügge

Sank im Sturm: Die Bremer Yacht Monsun

In einem Sturm bei schwerer See mit bis zu acht Meter hohen Wellen musste die sechsköpfige Mannschaft ihr Schiff auf dem Atlantik verlassen und mehrere Stunden in einer Rettungsinsel ausharren. Die Yacht war nach bisherigen Erkenntnissen mit einem unbekannten Objekt kollidiert.

Während der 14,10 Meter lange Zweimaster mehrere hundert Seemeilen vor der Südküste Neufundlands wahrscheinlich gesunken ist, wurden die Schiffbrüchigen nach einer gelungenen Rettungsaktion von einem Frachtschiff aufgenommen und sind in Sicherheit. Ein Crewmitglied habe Rippenbrüche erlitten, die weiteren fünf Besatzungsmitglieder seien wohlauf, hieß es am späten Freitagabend.

Zusammen mit 57 anderen Yachten des Hauptfelds war die "Monsun" am 14. Juni in Newport zur Transatlantikregatta über 3.600 Seemeilen nach Cuxhaven und weiter nach Hamburg gestartet. Angesichts des unerwarteten Seenotfalls geriet der bevorstehende Start der fünf schnellsten Yachten am Sonnabend (21. Juni) in den Hintergrund. Auch die Mitsegler der Giganten unter den insgesamt 63 Teilnehmerbooten sorgten sich vor allem um das Schicksal der "Monsun".

Sturm und sechs bis acht Meter hohe Wellen

Der Notruf "MaydayMaydayMayday" muss etwa gegen 20 Uhr deutscher Zeit zum ersten Mal gehört worden sein. Zu dem Zeitpunkt herrschten in dem Seegebiet nach Berichten anderer Teilnehmer stürmische südliche Winde mit Sturmböen der Stärke neun und sechs bis acht Meter hohe Wellen.

Es war die Yacht "Discoverer" der britischen Armee, die das SOS offenbar im Zuge eines allgemeinen Sicherheitsrundrufs über Kurzwellensender auffing, obwohl sie mehr als 400 Seemeilen von der Unglücksstelle entfernt war.

Die Kadetten an Bord, die in der Gesamtwertung des Rennens hinter der "Zaraffa" (USA) auf dem zweiten Rang liegen, leiteten den Notruf direkt an die internationale Rettungsleitstelle in ihrer Heimat Falmouth (England) weiter. Diese informierte wiederum sofort das nächstliegende Rescue Coordination Centre (RCC) in Norfolk, Virginia/USA, von wo aus die gesamte Rettungsaktion koordiniert wurde. Auch die zentrale Seenotrettungsstelle in Bremen war eingebunden.



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