Transatlantik-Regatta Die Meute hetzt den schwarzen Schwan

Unter pechschwarzen Segeln glitt die Rennyacht "Zarafa" als erstes Schiff über die Ziellinie in Cuxhaven. Doch der endgültige Sieg ist der Crew um Skip Sheldon mitnichten gewiss. Die Verfolger sitzen ihnen dicht auf den Fersen.


Hamburg - Nach 13 Tagen, 15 Stunden, 7 Minuten und 28 Sekunden überquerte die "Zaraffa" schon am Samstagmorgen um 11.17 Uhr Ortszeit in Cuxhaven die Ziellinie und wurde damit "First Ship Home" der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge.

First Ship Home: Die "Zaraffa"

First Ship Home: Die "Zaraffa"

Die amerikanische 20 Meter Yacht von Skipper und Eigner Skip Sheldon rauschte bei Wind aus Nordost mit ihren pechschwqrzen Carbonsegeln wie ein schwarzer Schwan in die Elbmündung. Die Champagnerdusche an der Pier ließ dann allerdings etwas auf sich warten, denn die Sturm erprobten Segler mühten sich mit den unkooperativen Korken ab.

Geschwächt aber sah die Proficrew um den Amerikaner nicht gerade aus. "Wir haben bis gestern noch das von meiner Frau vorgekochte Essen genossen", so der zufriedene Eigner. "Wir hatten eine schnelle und lustige Überfahrt und viel Glück mit dem Wetter", sagte der 73-jährige Sheldon nach der Ankunft. Überhaupt macht die schnelle "Zaraffa" nicht den Eindruck einer kompromisslosen Rennziege. Unter Deck hängt ein gerahmtes Bild und getrunken wird aus Keramikbechern - auf Regattayachten eher ungewöhnlich.

"Wenn einer k.o. ist, wird er ausgewechselt"

Trotzdem ist die "Zaraffa" eine schnelle und sehr professionell geführte Profiyacht. Dabei setzte der Amerikaner, der in Cuxhaven seine dritte Atlantiküberquerung abschloss aber nicht nur auf ein schnelles Schiff und eine aus den besten Hochseeseglern der Welt bestehende Crew, sondern vor allem auf ein besonders sensibles Crewmanagement. "Wenn einer k.o. ist, wird er ausgewechselt. Unser Wachsystem ist sehr flexibel und das ist wichtig!"


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Während sich die "Zaraffa" bereits am Montagabend bei ablaufendem Wasser unter Motor auf den Heimweg machte, war die "HSH-Nordbank" bereits drei Tage als Decksfracht des Schwerguttransporters "Socol 2" unterwegs. Schon auf dem Rückweg der "HSH-Nordbank" nach Newport war die Entscheidung gefallen, die 24 Meter lange Yacht per Schiff nach Hamburg transportieren zu lassen, um dort an der Kehrwiederspitze präsent sein zu können.



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