Triathlon-Schlammschlacht Präsident Müller-Ott gestürzt

Klaus Müller-Ott hat den Machtkampf an der Spitze der Deutschen Triathlon Union (DTU) verloren und ist als Präsident des 26.000 Mitglieder zählenden Verbandes abgewählt worden. Neuer DTU-Chef ist der 62-jährige Rainer Düro.


Frankfurt am Main - Damit scheint auch der von Müller-Ott anvisierte Umzug der Zentrale von Frankfurt nach Hamburg vom Tisch. Die Wahl von Düro, der zuvor 13 Jahre an der Spitze des Landesverbandes Rheinland-Pfalz tätig war, hat aber möglicherweise noch ein juristisches Nachspiel. Müller-Ott hat die Rechtmäßigkeit des außerordentlichen Verbandstages am Sonntag in Frankfurt bereits angezweifelt.

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Fest steht, dass das Ansehen des deutschen Triathlons ein halbes Jahr nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft von Daniel Unger in Hamburg Schaden genommen hat. Der Präsident des Weltverbandes ITU, Les Mc Donald, sprach von einer "undemokratischen Abwahl" von Müller-Ott, der zugleich ITU-Exekutivmitglied ist, und kündigte mögliche Konsequenzen für die Athleten an.

Neben Müller-Ott wurden auch drei Vizepräsidenten in Einzelabstimmung des Amtes enthoben. "Die Neuwahlen waren wegen massiver und flächendeckender Vetrauensverluste notwendig", hieß es nach der siebenstündigen Sitzung der Delegierten-Versammlung der 14 von 16 Landesverbänden .

Vorausgegangen war die seit Tagen eskalierende Führungskrise um den 55-jährigen Müller-Ott, der noch am Freitag die Sitzung aus formaljuristischen Bedenken an Form und Rechtmäßigkeit der Einladung als Hauptgrund für seine kurzfristige Absage der Versammlung angegeben hatte.

mac/sid/dpa



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