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Deutscher Triathlon-Sieger Sebastian Kienle ist der Ironman von Hawaii

Am Ende hatte er mehr als fünf Minuten Vorsprung: Der Deutsche Sebastian Kienle hat den legendären Ironman der Triathleten auf Hawaii gewonnen. Jan Frodeno kam auf den dritten Platz.

Kailua Kona - Europameister Sebastian Kienle hat zum ersten Mal den legendären Ironman der Triathleten auf Hawaii gewonnen. Der 30-Jährige lag am Samstag (Ortszeit) nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und einem Marathon-Lauf klar vor der Konkurrenz. Im Ziel auf dem Alii Drive in Kailua Kona hatte er mit 8:14:18 Stunden mehr als fünf Minuten Vorsprung auf den US-Amerikaner Ben Hoffman.

"Ich kann das nicht glauben", sagte er, nachdem er im Ziel in Kailua Kona wieder zu Atem gekommen war. "So tief und schön, wie ich jetzt träume, braucht es schon ein Erdbeben, damit ich wieder aufwache", sagte Kienle wenig später in einem TV-Interview.

Dritter wurde bei seinem Hawaii-Debüt der mitfavorisierte Olympiasieger Jan Frodeno - trotz eines Platten auf der Radstrecke und einer Zeitstrafe. Nils Frommhold, der ebenfalls zum ersten Mal bei dem WM-Klassiker dabei war, kam als Sechster ins Ziel. Titelverteidiger Frederik van Lierde aus Belgien wurde Achter. Maik Twelsiek verpasste als Elfter nur knapp die Top Ten.

Aufholjagd auf dem Rad

Grundlage für Kienles Erfolg war seine Leistung auf dem Rad. Nach etwa 140 Kilometern auf der Radstrecke übernahm er die Führung und gab sie auf der Laufstrecke nicht mehr ab. Bereits in seiner schwächsten Disziplin, dem Schwimmen, hatte der neue Weltmeister mit einem Rückstand von weniger als vier Minuten auf die Spitze überzeugt.

Kienle ist der vierte deutsche Triathlet, der auf Big Island triumphierte. Vor ihm hatten Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004 und 2006) sowie Faris Al-Sultan (2005) den WM-Titel geholt. Kienle ist auch der erste Triathlet, der in einem Jahr die Europa- und die Weltmeisterschaft für sich entscheiden konnte.

Julia Gajer wird sechste bei den Frauen

Eine deutsche Siegerin gab es noch nicht. 2004 wurde Nina Kraft zwar zunächst als Weltmeisterin gefeiert, aber nur kurze Zeit später wurde ihr Epo-Doping nachgewiesen. Sie gestand und wurde gesperrt. Mit Rang zwei im Jahr 2002 hat Kraft aber noch immer die beste Platzierung einer deutschen Triathletin auf Hawaii vorzuweisen.

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Triumph für deutschen Eisenmann: Aufholjagd auf dem Rad

Foto: Bruce Omori/ dpa

Julia Gajer wurde bei der aktuellen Auflage des Ironman immerhin starke Sechste. Den Sieg holte sich zum dritten Mal nach 2010 und 2013 Mirinda Carfrae. Die Australierin fing wenige Kilometer vor dem Ziel die Schweizer Debütantin Daniela Ryf noch ab. Dritte wurde die Britin Rachel Joyce.

oka/dpa/sid
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