Ironman-70.3-WM Lange schwächelt, Kienle überzeugt

Wechselhafte Leistungen der deutschen Triathlon-Asse bei der Ironman-70.3-WM: Sebastian Kienle wurde Fünfter, Patrick Lange enttäuschte. Den Sieg holte sich überraschend der 23-jährige Gustav Iden.

Patrick Lange verlor vor allem beim Schwimmen Zeit auf die Weltspitze
Gregor Fischer/DPA

Patrick Lange verlor vor allem beim Schwimmen Zeit auf die Weltspitze


Einen Monat vor dem Ironman Hawaii sucht Patrick Lange, der den Saisonhöhepunkt in den letzten beiden Jahren gewinnen konnte, noch nach seiner Form. Bei der Ironman-70.3-WM im französischen Nizza, über die Mitteldistanz der Triathleten also, schaffte es Lange lediglich auf Platz 23 von 51 Startern. 18:42 Minuten betrug Langes Rückstand im Ziel. Schon nach den ersten beiden Teildisziplinen, dem Schwimmen und dem Radfahren, waren es etwa 15 Minuten.

An der Spitze zeigte sich stattdessen ein noch relativ unbekanntes Gesicht: Der 23 Jahre alte Norweger Gustav Iden setzte sich nach 3:52:35 Stunden vor dem britischen Olympiasieger Alistair Brownlee und US-Amerikaner Rodolphe Von Berg durch. Als bester Deutscher sicherte sich Sebastian Kienle mit 7:43 Minuten Rückstand auf die Spitze den fünften Rang. Der 35-Jährige überzeugte vor allem läuferisch und lief den zweitschnellsten Halbmarathon aller Starter.

Neu-Weltmeister Iden aber war nach starken Leistungen in jeder Teildisziplin auch von den besten Läufern nicht mehr einzuholen. Dabei hatte der Norweger mit Materialproblemen zu kämpfen: Zu Beginn der 90 Kilometer auf dem Rad sprang Iden die Kette raus, noch dazu trat der Youngster statt mit einer Zeitfahrmaschine mit einem herkömmlichen Rennrad an. Den Grund verriet Iden im Ziel: Er habe schlicht keinen Sponsor für ein richtiges Zeitfahrrad.

Bei den Frauen gewann am Samstag die Schweizerin Daniela Ryf bereits zum fünften Mal den Titel. Die britische Ex-Weltmeisterin Holly Lawrence (4:27:02) wurde Zweite, Bronze ging an Imogen Simmonds (4:28:10) aus der Schweiz. Die Vorjahresdritte Anne Haug (Bayreuth), die zuletzt in Kopenhagen mit deutschem Rekord ihren ersten Ironman gewonnen hatte, sagte ihren Start in Nizza kurzfristig ab, um sich auf den Saisonhöhepunkt auf Hawaii vorzubereiten.

cev/dpa/sid



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
myonium 08.09.2019
1.
Ich bin ja kein Triathlet, aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht sinnvoll ist, 4 Wochen vor dem Saisonhöhepunkt im Wettkampf ans Limit zu gehen - auch wenn es nur die halbe Distanz ist. Vielleicht hat Patrick Lange das ja nur als gemütliche Trainingseinheit absolviert ... Abwarten.
meinemutti 09.09.2019
2. @myonium
Nicht selten machen Triathlonprofis und Amateure sogar zwei Langdistanzen innerhalb eines Monats. Hier handelte es sich um "nur" um eine wenn auch sehr anspruchsvolle Mitteldistanz. Viele derer die in Nizza gestartet sind und ihr Bestes gegeben haben werden auch auf Hawaii starten. Sind halt keine Fußballer ;-)
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