Trotz Etappenerfolg für Mancebo Sinkewitz vor Gesamtsieg bei Deutschland-Tour

Patrik Sinkewitz ist der Sieg bei der Deutschland-Tour wohl nicht mehr zu nehmen. Der Quick-Step-Profi verteidigte mit einem dritten Platz auf der vorletzten Etappe das Gelbe Trikot des Führenden. Es siegte der Spanier Francisco Mancebo.


Fünf Finger für ein Gelbes Trikot: Patrik Sinkewitz
DPA

Fünf Finger für ein Gelbes Trikot: Patrik Sinkewitz

Oberwiesenthal - Patrik Sinkewitz aus Fulda steht vor dem Gewinn der Deutschland-Tour der Radprofis. Dem 23-Jährigen vom belgischen Team Quick Step genügte bei der Ankunft der sechsten Etappe auf dem Fichtelberg ein dritter Platz, um seine knappe Führung in der Gesamtwertung zu behaupten.

Auf der morgigen Flachetappe von Chemnitz nach Leipzig dürfte ihm sein größter Erfolg nicht mehr zu nehmen sein, denn nach einem ungeschriebenen Gesetz wird der Spitzenreiter auf der finalen Etappe nicht mehr attackiert.

Den Etappensieg nach 186 km von Kulmbach nach Oberwiesenthal holte sich der Spanier Francisco Mancebo (Illes Balears) vor dem Berliner Jens Voigt vom dänischen CSC-Team. "Es ist gigantisch, wenn man so eine tolle Mannschaft zur Unterstützung hat. Da musste ich am Ende natürlich alles tun, um das Gelbe Trikot zu verteidigen", erklärte Sinkewitz.

Erschöpft, aber glücklich: Francisco Mancebo
DDP

Erschöpft, aber glücklich: Francisco Mancebo

Mit 37 Sekunden Rückstand erreichte Jan Ullrich das Ziel. Der T-Mobile-Kapitän fiel dadurch in der Gesamtwertung vom dritten auf den siebten Platz zurück.In der "heißen" Schlussphase hatte es auf den letzten 20 km fast pausenlos Attacken der Verfolger von Sinkewitz gegeben. Vor allem Voigt, aber auch Ullrich und die Spanier suchten immer wieder ihr Heil in der Flucht, konnten den Spitzenreiter aber bis zum Schlussanstieg am Fichtelberg nicht abschütteln. Lange Zeit "neutralisiert" wurde das Rennen durch zwölf Fahrer, die sich bereits kurz nach dem Start abgesetzt hatten. Bis zu 6:30 Minuten Vorsprung konnte die Fluchtgruppe herausfahren, bevor die Verfolgungsarbeit des Feldes Wirkung zeigte. Als letzter Ausreißer wurde der Pole Dariusz Baranowski vier Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

Pech hatte T-Mobile ausgerechnet zu Beginn der entscheidenden Phase 25 km vor dem Ziel, als Alexander Winokurow wegen einer Panne zurückfiel und Matthias Kessler zur Unterstützung des Kasachen wartete und den Anschluss verpasste. So waren Ullrich und Andreas Klöden am Ende auf sich allein gestellt. Am Sonntag endet die Deutschland-Tour in Leipzig. Die letzten 173,3 km der insgesamt 1095,7 km langen Rundfahrt verlaufen zwischen Chemnitz und der sächsischen Metropole überwiegend flach. Den Schlusspunkt werden wohl traditionell die Sprinter setzen. Und ganz am Ende wird nur einer feiern: Patrik Sinkewitz.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.