Frauen-Team bei Turn-WM Am Ende fehlten 0,034 Punkte fürs Finale

Ganz knapp hat die Frauenriege des Deutschen Turnerbundes das Teamfinale bei der WM in Stuttgart verpasst. Für die Olympia-Qualifikation hat die Leistung aber gereicht.

Kim Bui für Deutschland am Reck
Laurence Griffiths Getty Images

Kim Bui für Deutschland am Reck


Die deutschen Turnerinnen haben die Olympia-Qualifikation für Tokio geschafft, das Finale der besten acht Teams bei der Heim-WM aber ganz knapp verpasst. Nach dem Ende des zweiten Qualifikationstages bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart belegte die DTB-Auswahl mit den beiden Top-Athletinnen Elisabeth Seitz und Sarah Voss sowie Kim Bui, Emelie Petz und Pauline Schäfer Platz neun unter den 24 Mannschaften. "Wir sind sehr froh. Uns sind wirklich Steine vom Herzen gefallen, dass wir die Olympia-Qualifikation gepackt haben. Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist bereits jetzt schon da", sagte Cheftrainerin Ulla Koch (Alles Wichtige zur Turn-WM 2019 finden Sie hier).

Eine beeindruckende Turn-Show lieferte US-Star Simone Biles, die am Abend gleich zum Auftakt unter dem Getöse der rund 8000 Fans in der ausverkauften Schleyer-Halle ihren "Triple-Double" am Boden zeigte, einen Doppelsalto rückwärts mit drei Schrauben. Das Element wird künftig den Namen der Olympiasiegerin tragen, weil sie das spektakuläre Element als erste Turnerin der Welt bei einer internationalen Großveranstaltung in den Stand brachte.

Für ihre Bodenübung erhielt die 22-Jährige aus Ohio den Top-Wert von 14.833 Punkten. Am Ende führte Biles das Team des Titelverteidigers mit 174,605 Punkten wie erwartet auf Platz eins vor China (169,161) und Russland (168,080).

Koch hatte schon geahnt, dass die Punktzahl von 161,897 und der vierte Rang hinter China, Frankreich und Kanada am ersten Tag wohl nicht ganz reichen würden, um am Ende unter die Top-Acht zu kommen. Und die Konkurrenz leistete sich dann auch wenig Schwächen. So zogen zunächst Großbritannien und Italien, später auch die Niederlande, Russland und die USA am deutschen Quintett vorbei. Am Ende fehlten nur 0,034 Punkte auf die Italienerinnen auf Rang acht.

Zwar sind Seitz und Co. am Dienstag im Team-Finale und der Medaillenvergabe nur Zuschauer. Gleichwohl überwiegt im Lager des Deutschen Turner-Bunds (DTB) die Zufriedenheit über die nun sichere Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 als eines der besten zwölf WM-Teams. "Wir wollten uns für Olympia qualifizieren. Das war das wichtigste", sagte Seitz, die sich tags zuvor in Topform präsentiert und einen fast optimalen Mehrkampf (54,999 Punkte) gezeigt hatte.

Neben der deutschen Rekordmeisterin, die insgesamt Zehnte wurde, zog auch die 19 Jahre alte Sarah Voss aus Köln (54,132/Rang 14) ins Mehrkampf-Finale der besten 24 Einzelturnerinnen am Donnerstag ein. Ein Riesenerfolg für die Studentin, die in diesem Jahr lange unter Fußschmerzen litt und nur wegen des kurzfristigen Ausfalls von Sophie Scheder einen kompletten Vierkampf absolvierte. Voss erreichte auch noch ihr erstes WM-Gerätefinale am Balken (13.600) als Achte.

Dank ihrer Spitzenübung am Stufenbarren erreichte auch Seitz mit dem Top-Wert von 14,800 Punkten als Vierte das Gerätefinale und kann am Samstag sogar auf eine weitere WM-Medaille hoffen. Bei den Titelkämpfen vor einem Jahr in Doha gewann sie schon Bronze an ihrem stärksten Gerät.

aha/dpa



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