Abgesagter Klitschko-Kampf Farce um Fury

Was für eine Posse: Tyson Fury hat den Kampftermin mit Wladimir Klitschko zum zweiten Mal platzen lassen. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass der Fight überhaupt noch stattfinden wird.

REUTERS

Was als Fight des Jahres geplant war, wird zum Possenspiel: Der mit großem Tamtam beworbene Rückkampf zwischen dem früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko und seinem Bezwinger Tyson Fury ist jetzt auch ganz offiziell erneut abgesagt worden. "Medizinisch nicht in der Lage zu kämpfen" sei der Brite. Das ursprünglich für den 9. Juli geplante und wegen einer Verletzung Furys auf den 29. Oktober verschobene Schwergewichtsduell in Manchester liegt auf Eis. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass es nie steigen wird.

"Mit großem Bedauern teilen wir mit, dass der Kampf nicht stattfindet. Medizinische Spezialisten haben erklärt, dass Tysons Zustand zu ernst ist, um an dem Fight teilzunehmen und dass er vor einer Rückkehr in den Ring behandelt werden muss", hieß es in einer Stellungnahme des Fury-Lagers: "Tyson ist angesichts dieser Entwicklung am Boden zerstört."

"Wladimir ist total enttäuscht", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte ESPN. "Wladimir wird als Geisel von diesem Kerl gehalten. Er will kämpfen, er trainiert. Und jetzt? Der erste Kampf war vor fast einem Jahr." Jetzt seien die Weltverbände gefordert, eine Entscheidung hinsichtlich der Titel zu treffen. "Aber das liegt nicht in unseren Händen. Wir hoffen, dass Wladimir bald wieder kämpfen kann."

Machtkampf hinter den Kulissen

Fury soll sich die erneute Verletzung zu Wochenbeginn im Training zugezogen haben. Genaueres weiß man nicht: Das Management des Briten geizt mit Informationen.

Das Schweigen scheint gute Gründe zu haben: Wie das Fachportal "World Boxing News" berichtet, tobt hinter den Kulissen ob der Absage ein heftiger Streit zwischen den Vermarkterfirmen KMG (Klitschko) und Hennessey Sports (Fury). Derzeit sei es damit nicht denkbar, dass der Kampf überhaupt stattfindet. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, habe die KMG für den 10. Dezember die Hamburger Barclaycard-Arena reserviert. Ob dies mehr als eine Hintertür ist, scheint fraglich.

Fury zeigte sich im Sommer in verheerender Verfassung, tauchte auf Mallorca und bei einer Pressekonferenz als übergewichtige Karikatur eines Boxprofis auf - deutlich verbessert soll sich sein Fitnesszustand nicht haben. Zudem droht Fury immer noch eine Dopingsperre.

Dopingsperre könnte Ende von Furys Karriere bedeuten

Wie die britische Anti-Doping-Agentur UKAD Anfang August mitteilte, wurde Fury am 24. Juni wegen der nachgewiesenen Einnahme einer Dopingsubstanz vorläufig gesperrt - am gleichen Tag sagte er den Kampf erstmals ab, offiziell wegen einer Knöchelverletzung. Die Sperre gegen Fury wurde später bis zu einer Anhörung vor dem Nationalen Anti-Doping-Ausschuss aufgehoben, sodass der Fight Ende Oktober hätte stattfinden können.

Fury soll schon Monate vor dem ersten Klitschko-Kampf am 28. November 2015 in Düsseldorf positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein. Sollte alles mit rechten Dingen zugehen, wird Fury nach der Anhörung zeitnah aus dem Verkehr gezogen, die Titel des Briten wären vakant.

Für Klitschko ist die Situation derweil frustrierend: Seit seiner überraschenden Niederlage gegen Fury hat der Ukrainer nicht mehr geboxt, es ist die längste Pause seiner Profi-Karriere, in der er erstmals ein Jahr ohne Fight erleben könnte. Dem 40-Jährigen, der im Olympiastützpunkt in Kiew für die Revanche geschuftet hat, läuft die Zeit davon.

Noch misslicher ist die Lage für Klitschkos Haussender RTL. Erst in dieser Woche war der für Samstag geplante Kampf von Marco Huck, dem zweiten RTL-Zugpferd, geplatzt, da sich Gegner Ovill McKenzie unpässlich fühlte. Nun folgte die zweite Klitschko-Absage.

aha/sid/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
ein-berliner 24.09.2016
1. Au weia
Wenn RTL auch noch die F1 wegbricht ... Ohne diese Reklamesendungen werden keine Einnahmen mehr generiert und der Steuerzahler wird wohl helfen müssen. Die ewigen Wiederholungen ziehen dann auch niemand mehr zum Fernsehsessel.
soldev 24.09.2016
2.
Zitat von ein-berlinerWenn RTL auch noch die F1 wegbricht ... Ohne diese Reklamesendungen werden keine Einnahmen mehr generiert und der Steuerzahler wird wohl helfen müssen. Die ewigen Wiederholungen ziehen dann auch niemand mehr zum Fernsehsessel.
Ach was - RTL wird dann ihr ScriptedReality TV ausweiten. Zoll, Polizei, Ärtze, Privatschnüffler, Zoo u.a. gibts ja schon, aber all die Müllkutscher, Friedhofsgärtner, Buchhalter ... da gibt es sicherlich noch Spannendes was man verwursten kann... Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten
henry.miller 24.09.2016
3.
Fury ist doch nur ekelerregend, wer will den schon sehen. Als Mensch widerlich, optisch auch Ich würde nur einschalten wenn es gewiss wäre, es gäbe genug Treffer auf sein Gesicht
peter-11 24.09.2016
4. im Ring stehen
Wer wartet denn darauf ... 12 Runden zwei ältere Herren im Ring stehen sehen? :-))
a.w.e.s.o.m.-o 24.09.2016
5. so what?
"... und der Steuerzahler wird wohl helfen müssen" ... gilt RTL jetzt schon als Systemrelevant? ... bricht unsere Gesellschaft ohne Bauer sucht Dingenskirchen zusammen?
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