Überfall auf Turnier in Berlin Pokerspieler soll Räuber mit Tipp versorgt haben

Erste Spuren nach dem Überfall auf das Pokerturnier im Berliner Hyatt-Hotel: Nach SPIEGEL-TV-Informationen hat die Polizei DNA-Spuren eines Täters sichergestellt - sie fanden sich auf der Geldtüte, die ein Wachmann einem der maskierten Männern entriss. Zudem gibt es eine erste Theorie vom Tatablauf.

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Hamburg - Am Samstag zitterten Hunderte Menschen vor ihnen, jetzt muss einer der Täter selbst zittern. Wie SPIEGEL TV aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll die Polizei nach dem Überfall auf das größte europäische Pokerturnier in Berlin DNA-Material von einem der Täter sichergestellt haben. Vier maskierte Männer hatten am frühen Samstagnachmittag mit Maschinenpistolen und Macheten bewaffnet das Pokerevent in dem Berliner Nobelhotel Hyatt gestürmt und zunächst knapp 800.000 Euro - die Teilnahmegebühren der Spieler - erbeutet.

Nach einem Schlagabtausch mit Männern vom Sicherheitsdienst konnte einer der Wachleute dem Täter eine Geldtasche entreißen. Darin sollen sich rund 540.000 Euro befunden haben. Die Täter waren zwar maskiert und schwer bewaffnet, an Handschuhe hatten sie aber offenbar nicht gedacht. Denn an dieser Tüte sollen sich die DNA-Spuren von einem der Täter befinden.

Zudem haben die Ermittler nach Informationen von SPIEGEL ONLINE mittlerweile eine Theorie zum Tathergang. Ein Augenzeuge beschrieb den Moment des Überfalls wie folgt: Nachdem sich die Teilnehmer für das Turnier angemeldet hatten und in den Saal gegangen waren, habe der Sicherheitsdienst die Einnahmen vom Nebentresor zum Haupttresor bringen wollen. Genau in diesem kurzen Moment, in dem das Geld bereits aus dem Nebentresor geholt worden war, sollen die Täter in den Anmeldebereich gestürmt sein. Fünf Minuten früher oder später wäre das Geld laut dem Augenzeuge sicher verschlossen gewesen.

Ermittler vermuten Komplizen unter den Teilnehmern

Die Ermittler gingen daher davon aus, dass die Räuber einen Komplizen unter den Teilnehmern gehabt haben, der das Signal für den Angriff gegeben haben soll. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich die Polizei dazu nicht äußern. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes Berlin bestätige lediglich, dass die Ermittler dabei seien "die Spuren von dem Tatort, Hinweise von Zeugen und Videos auszuwerten." Die Täter sollen mit rund 250.000 Euro weiter auf der Flucht sein.

In dem Fünf-Sterne-Hotel, wo sich einige der weltbesten Spieler zur "European Poker Tour" versammelt hatten, war Samstag gegen 14.15 Uhr das Chaos ausgebrochen. Spieler ließen ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele suchten Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten, wie eine Augenzeugin bei SPIEGEL ONLINE bestätigte.

Bei dem Gedränge wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen leicht verletzt. Schüsse sollen nicht gefallen sein. Bei dem mehrtägigen Pokerturnier, das am Dienstag mit fast 1000 Teilnehmern gestartet war, geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro. Nach einer Unterbrechung wurde das Turnier am Samstagabend fortgesetzt. In der Finalrunde pokern zur Stunde die besten acht Spieler um den Gewinn. Insgesamt gibt es 4,6 Millionen Euro Preisgeld zu verteilen.

Mit Material der dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Ephemeris 07.03.2010
1. bla
Nichtmal an Handschuhe gedacht? Naja das widerlegt abermals Hollywoods These vom schlauen Verbrecher :) "In der Finalrunde pokern zur Stunde die besten acht Spieler um den Gewinn pokern. Insgesamt gibt es 4,6 Millionen Euro Preisgeld zu verteilen."
Arotto 07.03.2010
2. Gute Aktion
Angriff auf das international Glückspiel? Vorbildfunktion! Das nächste mal bitte Hohensyburg!
smokeonit 07.03.2010
3. SpOn
Polizeibericht: "Täter waren mit Handfeuerwaffen ausgestattet." Also Pistolen oder Revolvern... Gewehre, ob Schrott/Pump-Action, oder Maschinengewehre/Pistolen gehören nicht zu Handfeuerwaffen! Und das der Tatort ausgekundschaftet wurde liegt ja wohl auf der Hand... aber das keine Handschuhe getragen wurden lässt nicht gerade auf einen guten Plan/Intelligenz schliessen... Wenn die etwas Grips hatten haben sie sich die Kameraorte und Winkel eingeprägt... Und was soll DNA an einer Plastiktüte bringen??? Die ging doch vor dem Überfall schon durch dutzende Hände... LOL... Wenn die Täter sich dünn machen und das Geld nicht anrühren, dann wird das wohl nichts mit der Aufklärung...
nanokain 07.03.2010
4. Ich habe auch eine Theorie
Nämlich das die Flachpfeifen von Veranstalter sich halt einen Tresor hätten kaufen sollen anstatt die Kohle in Taschen am Empfang rumliegen zu lassen... Ich hoffe mal da zahlt keine Versicherung für wenn die entwendeten Kröten nicht mehr auftauchen.
Fritze Bollmann, 07.03.2010
5. SiteViews nötig?
Zitat von sysopErste Spuren nach dem Überfall auf das Pokerturnier im Berliner Hyatt-Hotel: Nach SPIEGEL-TV-Informationen hat die Polizei DNA-Spuren eines Täters sichergestellt - sie fanden sich auf der Geldtüte, die ein Wachmann einem der maskierten Männern entriss. Zudem gibt es eine erste Theorie vom Tatablauf. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,682199,00.html
Also, wieviel threads will denn SPON zu diesem Thema noch starten?? Jeder Artikel gebiert einen neuen Forums-Strang? Zitat aus Artikel "...gegangen waren, habe der Sicherheitsdienst die Einnahmen vom Nebentresor zum Haupttresor bringen wollen. Genau in diesem kurzen Moment, in dem das Geld bereits aus dem Nebentresor geholt worden war, sollen die Täter in den Anmeldebereich gestürmt sein. Fünf Minuten früher oder später wäre das Geld laut dem Augenzeuge sicher verschlossen gewesen..." Ja, und warum waren in *diesem kurzen Moment* zwei von den vier Sicherheitsleuten zur Mittagspause?
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