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03. Juli 2000, 19:24 Uhr

Überraschung in Wimbledon

Popp im Viertelfinale

Für eine kleine Sensation sorgte Debütant Alexander Popp in Wimbledon. Der Zwei-Meter-Mann aus Mannheim bewies eiserne Nerven in dem verregneten Spiel gegen den Schweizer Marc Rosset und schlug sich mit 6:1, 6:4, 3:6, 4:6 und 6:1 ins Viertelfinale.

Alexander Popp
DPA

Alexander Popp

London - Urplötzlich spielt Wimbledon-Greenhorn Popp auf der größten Tennis-Bühne der Welt auch dank seines britischen Passes eine Hauptrolle. Der 23-jährige "Poppeye" ("Bild") trifft im Viertelfinale nun auf Patrick Rafter aus Australien, der den Schweden Thomas Johansson mit 6:3, 6:4, 6:7 (4:7), 6:1 ausschaltete.

Überraschend nervenstark trumpfte der in Mannheim lebende und in Heidelberg geborene Popp auf "Showcourt 13" auf. Seine Mutter Jennifer, die in Wolverhampton geboren ist, drückte ihrem Sohn auf der Tribüne die Daumen. Vater Rainer, ein Englisch- und Lateinlehrer, dagegen musste die "Schulbank" drücken. Popp, der neben dem deutschen auch einen britischen Pass besitzt, wurde deshalb auch von den englischen Tennis-Fans angefeuert. Sogar der "Union Jack" flatterte neben dem Platz.

Im Duell der beiden längsten Spieler auf der Tennis-Tour erwischte Popp den Schweizer auf dem falschen Fuß. Er zog zunächst alle Register und pfefferte Rosset die Bälle um die Ohren. Allerdings kam Popp nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit ans Netz. Und auch beim ersten Aufschlag fehlte etwas die Konstanz. Der Abiturient spielte mutig und mit Risiko auf, doch Rosset nutzte die beiden Regenpausen im dritten und vierten Durchgang zum Satzausgleich. Ein Netzroller bescherte Popp dann im entscheidenden Durchgang das Break zum 3:1 und nach 2:26 Stunden Spielzeit den Einzug ins Viertelfinale. Doch da wird die neue deutsche Tennis-Hoffnung noch einen Zahn zulegen müssen.

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