Ullrichs Gegenschlag "Ich bin Radprofi und kein Mörder"

Jan Ullrich droht wegen seiner Verwicklung in den Doping-Skandal eine langjährige Sperre. Doch darüber macht sich der Radprofi derzeit keine Gedanken. Er sei unschuldig, erklärt Ullrich - und gibt auf der Suche nach einem neuen Team nebenbei ein ganz besonderes Versprechen ab.


Hamburg - "Ich habe immer gesagt: Ich höre mit einem Tour-Sieg auf", sagte Ullrich in einem Interview der Schweizer Tageszeitung "Blick" (Dienstagsausgabe). "Ich trainiere seit einigen Tagen wieder und es macht richtig Spaß", so der 32-Jährige.

Radprofi Ullrich: "Ich höre mit einem Tour-Sieg auf"
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Radprofi Ullrich: "Ich höre mit einem Tour-Sieg auf"

Er sei für alles offen und suche für 2007 ein gutes Team. Verbindungen zu einigen Rennställen seien bereits da, aber konkret sei nichts.

Ullrich wies die Doping-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes erneut zurück. Er habe in seiner ganzen Karriere nie gedopt. Dieses Jahr habe er sich elf unangemeldeten Trainingskontrollen unterzogen, so vielen in so kurzer Zeit wie in seiner ganzen Karriere nicht. Alle Tests seien negativ gewesen. "Ich bewies damit ja praktisch meine Unschuld", sagte er.

Auf die Frage, wieso er sich nicht freiwillig einem DNA-Test unterziehe, um den Vorwürfen des Blutdopings entgegenzutreten, sagte Ullrich: "Ich bin ja nicht einmal angeklagt. Es liegt nichts gegen mich vor." Es sei menschenunwürdig, wenn er einen Gentest abgeben müsse. "Ich bin ein Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher", sagte er und fügte hinzu: "Bevor ich das mit mir machen lasse, muss noch viel geschehen."

Für eine Sperre gebe es schlicht keine Grundlage. Ullrich kritisierte das Team T-Mobile und die deutschen Medien hart. Für seinen Rauswurf aus der Mannschaft gebe es keinen Grund; er akzeptiere die Kündigung nicht. Vom Team hätte er mehr Unterstützung erwartet. Eine Frechheit sei, wie die deutschen Medien mit ihm umgingen. Vor zwei Jahren habe er von der " Bild"-Zeitung noch das Trikot für den fairsten Sportler erhalten. "Jetzt stellt man mich als Deutschlands größten Verlierer hin."

pav/AP



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