US Open Golf-Oldie Tom Watson sensationell in Führung

Der einst beste Golfspieler der Welt war fast in der Versenkung verschwunden, vor 20 Jahren gewann Tom Watson sein letztes Major-Turnier. Auf der ersten Runde der US Open aber gelang dem 53-Jährigen ein unerwartetes wie großartiges Comeback.


 Tom Watson beendete die erster Runde mit fünf Schlägen unter par
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Tom Watson beendete die erster Runde mit fünf Schlägen unter par

Olympia Fields - Beim letzten Putt des Tages Watson bereits die Tränen über die Wangen. Der US-Amerikaner besiegte am ersten Tag der 103. US Open im Olympia Fields Country Club vor den Toren Chicagos scheinbar die Zeit. Nur mit einer Einladung des Ausrichters ins Turnier gekommen, verzauberte Watson die Fans mit einer Zeitreise in die 80er Jahre, als der Sonnyboy aus Kansas die Golfwelt mit spielerischer Leichtigkeit beherrschte. "Wer hätte gedacht, dass ich so eine Runde spiele", sagte der US-Open-Sieger von 1982, der ein Jahr darauf bei den British Open seinen letzten großen Titel gewann. Mit 65 Schlägen lag er gemeinsam mit seinem Landsmann Brett Quigley an der Spitze des Feldes.

Die Geschichte des Tages schrieben allerdings allein Watson und sein treuer Caddy Bruce Edwards. Seit 1973 reisen die beiden als Team um den Globus und bilden eines der erfolgreichsten Gespanne in der Geschichte des Sports. "Bruce hat mir geraten, diesen alten Putter in die Tasche zu tun", lobte Watson seinen besten Mitarbeiter. Doch wie lange diese Partnerschaft noch weitergeht, wird von einer tödlichen Krankheit bestimmt. Edwards leidet am Lou-Gehrig-Disease, eine Krankheit, die zum stetigen Verfall des Organismus führt.

Beide weinten am Ende der Runde, auf der Edwards die schwere Tasche über die 18 Spielbahnen trug. "In einem so hohen Alter ein solches Ergebnis zu spielen, ist für uns beide etwas ganz Besonderes", sagte Watson und plädierte für mehr Forschungsgelder, um die Krankheit zu erforschen. "Etwa 30.000 Menschen sind betroffen. Für die Firmen macht es wirtschaftlich keinen Sinn zu forschen. Also müssen wir alle Geld spenden."

 Bernhard Langer warnt vor den Grüns
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Bernhard Langer warnt vor den Grüns

Aber auch Deutschlands Vorzeigegolfer Bernhard Langer scheint nach einer monatelangen Formkrise plötzlich wieder den Erfolgsweg gefunden zu haben. Der 45-jährige Anhausener, der auf dem zehnten Loch startete und sich drei Bogeys einhandelte, kämpfte sich auf den zweiten neun Löchern mit drei Birdies zurück ins Vorderfeld. Dennoch blieb Langer, dessen bestes Resultat bei der US Open ein vierter Platz 1987 war, bei seiner Wochenend-Prognose vorsichtig: "Ich will hier erst einmal den Cut schaffen. Die Grüns sind sehr schwer, da kann viel passieren."

Doch dass sich Langer mit einer Par-Runde von 70 Schlägen auf dem geteilten 25. Platz in illustrer Gesellschaft wieder findet, hätte wohl kaum ein Experte vorausgesagt. Titelverteidiger Tiger Woods und die Mitfavoriten Vijay Singh und Phil Mickelson liegen gleichauf. "Eine Par-Runde ist bei diesem Turnier immer ein guter Start. Dieser Platz ist unheimlich schwer. Wenn man angreift, kassiert man sofort ein Bogey", bilanzierte Woods nach einer Runde mit zwei Bogeys und einem Eagle.

Weniger gut lief es für den Münchener Alexander Cejka, der sich über die Qualifikation ins Starterfeld des zweiten Major-Turnieres des Jahres gekämpft hatte. Sieben Jahre nach seiner US-Open-Premiere mit dem 51. Platz spielte der 32-Jährige eine 73er-Runde und liegt auf dem 81. Rang. Vor allem auf den Grüns haderte Cejka mit seinem Spiel und verpasste eine bessere Ausgangsposition, um den Cut zu schaffen.



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