US Open Tiger Woods überzeugt in der Regenschlacht

In der Nähe von New York findet an diesem Wochenende mit der US Open das zweite Majorturnier des Jahres statt. Auf dem ohnehin schon sehr anspruchsvollem Platz bereitete Dauerregen und Windkapriolen den Golfprofis zusätzliche Schwierigkeiten.


Tiger Woods während der zweiten Runde bei der US Open 2002: "Ein hartes Stück Arbeit"
REUTERS

Tiger Woods während der zweiten Runde bei der US Open 2002: "Ein hartes Stück Arbeit"

Farmingdale - Tiger Woods ließ sich auch von peitschendem Regen, drehendem Wind und empfindlicher Kälte nicht von seinem Weg in Richtung Grand Slam abbringen. Der überragende Golfer der letzten Jahre spielte am zweiten Tag der 102. US Open auf dem schweren "black course" im Bethpage State Park in Farmingdale/New York eine 68er-Runde und baute mit insgesamt 135 Schlägen seine Führung aus. Mit dabei am Wochenende ist auch Deutschlands Topprofi Bernhard Langer, der nach einer 76er-Runde und insgesamt 148 Schlägen den 41. Platz belegt. Bei seiner 18. US-Open-Teilnahme hat der 44-Jährige damit zum achten Mal den Cut geschafft.

"Vom ersten bis zum letzten Loch nur Regen"


Die Schlagzeilen am zweiten Tag beherrschte einmal mehr Tiger Woods, der abgekämpft ins Klubhaus zurückkehrte. "Vom ersten bis zum letzten Loch nur Regen, das war schon eine harte Arbeit", so der 26-Jährige, "aber mit diesen Bedingungen mussten ja alle fertig werden. Ich bin jedenfalls zufrieden mit dem heutigen Ergebnis." Hartnäckigster Verfolger des Weltranglistenersten ist der irische Ryder-Cup-Spieler Ire Padraig Harrington, 30, der wie Woods am zweiten Tag eine 68 spielte und bei 138 Schlägen drei Schläge Rückstand auf den Spitzenreiter aufwies.

Ein Quartett mit den US-Amerikanern Jeff Maggert und Davis Love III sowie dem Südkoreaner K.J. Choi und dem zuweilen unbeherrscht auftretenden Spanier Sergio Garcia teilen sich den gemeinsamen dritten Platz mit jeweils 142 Schlägen. Am zweiten Tag gelangen es nur vier Golfprofis, eine Scorekarte, die unter Par (70) lag, im Clubhaus abzugeben. Neben Woods und Harrington waren das noch der Japaner Shigeki Marayama (67) und John Maginnes aus den USA (69).

Langers Puttprobleme


Bernhard Langer auf dem Grün: "Gut und gerne fünf Schläge weniger"
AP

Bernhard Langer auf dem Grün: "Gut und gerne fünf Schläge weniger"

Bernhard Langer, der einzige Deutsche im 155 Mann starkem Spielerfeld, hatte sich im Vorfeld als erstes Ziel die Qualifikation für die beiden Schlussrunden gesetzt. Das ist ihm gelungen, doch nach einer ufriedenstellenden Auftaktrunde von 72 Schlägen erwischte es ihn am zweiten Tag wie manch anderen prominenten Profi: mit 76 Schlägen blieb der 44-Jährige hinter den Erwartungen zurück. "Ich habe einfach zu schlecht geputtet", sagte er, "es hätten gut und gerne fünf Schläge weniger sein können. Dann wäre ich jetzt nicht weit hinten, sondern weit vorne zu finden."

Wie schon auf seiner ersten Runde hatte Bernhard Langer mit den extrem langen Par-4-Löchern mit einer Distanz von rund 450 Metern weniger Probleme, seine Holz- und Eisenschläge kamen wieder durchweg fehlerfrei. Nur die 37 Putts für die 18 Löcher waren zu viel und drückten das Ergebnis weit nach unten. Am ersten Tag brauchte Langer noch 32 Putts, was auch nicht gerade sein bestes Ergebnis auf dem Grün gewesen ist. Zum Vergleich: Woods benötigte auf den ersten beiden Runden 28 beziehungsweise 27 Putts, ebenso wie Harrington.

Titelverteidiger Retief Goosen verpasst den Cut


Erinnerungen an die WM 1974: Platzarbeiter versuchen das Regenwasser von den Grüns zu schöpfen
AP

Erinnerungen an die WM 1974: Platzarbeiter versuchen das Regenwasser von den Grüns zu schöpfen

"Vielleicht ist ja für das Wochenende noch etwas drin", hoffte Bernhard Langer auf bessere Zeiten im kurzem Spiel. Der in Florida lebenden Deutsche liegt auf Position 41 immerhin gleichauf mit seinen Ryder-Cup-Kollegen Jesper Parnevik (Schweden) und Darren Clarke (Nordirland). Die gleiche Schlagzahl wiesen auch Australiens Altstar Greg Norman und Jose Maria Olazabal (Spanien) auf.

Für viele prominente Spieler hieß es, bereits nach der zweiten Runde die Koffer zu packen. So scheiterte der südafrikanische Titelverteidiger Retief Goosen (154) ebenso vorzeitig wie der Vorjahreszweite Mark Brooks (153), auch British-Open-Sieger David Duval (USA) und der Schotte Colin Montgomerie (beide 151) hatten mit dem Ausgang nichts mehr zu tun. Der Cut lag bei 150 Schlägen. "Ich möchte jetzt keine Fragen beantworten", waren die einzigen Worte, die ein völlig durchtränkter Goosen fallen ließ, ehe er sich ins trockene Clubhaus zum Aufwärmen zurückzog.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.