US Open Stephens besiegt Williams - und trifft im Finale auf Keys

Venus Williams ist bei den US Open ausgeschieden: Sie unterlag der 24-jährigen Sloane Stephens. Die steht zum ersten Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers, sie tritt dort gegen Madison Keys an.

Sloane Stephens im Halbfinale der US Open
AFP

Sloane Stephens im Halbfinale der US Open


Sloane Stephens hat bei den US Open in New York für eine weitere Überraschung gesorgt und steht nun im Endspiel des Turniers. Die 24-Jährige gewann das Halbfinale gegen Venus Williams mit 6:1, 0:6, 7:5. "Ich habe keine Worte für das, was passiert ist. Es ist unglaublich", sagte Stephens. "Ich weiß nicht, wie ich hierhergekommen bin. Aber ich weiß, es war harte Arbeit."

Nach 2:07 Stunden profitierte Stephens bei ihrem ersten Matchball vom 51. unerzwungenen Williams-Fehler und feierte ihren 14. Sieg in den vergangenen 16 Partien. Der Einzug in ein Grand-Slam-Finale ist der bisher größte Erfolg der Rechtshänderin aus Coral Springs in Florida.

Am Samstag trifft Stephens nun auf Madison Keys. Die Weltranglistensechzehnte besiegte im zweiten Halbfinale ihre Konkurrentin CoCo Vandeweghe problemlos mit 6:1, 6:2. Auch für Keys ist es das erste Grand-Slam-Endspiel. Erstmals seit 1985 hatten sich vier US-Amerikanerinnen für die Vorschlussrunde eines Majors qualifiziert.

Stephens hatte nach einer Fuß-OP und einer elfmonatigen Pause erst Anfang Juni ihr Comeback gegeben. Anfang August stand sie noch auf Platz 934 im WTA-Ranking, momentan belegt sie Rang 83.

Die 37-jährige Venus Williams ist Weltranglistenneunte. Sie verpasste nun den Einzug in ihr drittes Major-Endspiel 2017 - sie hatte bei den Australian Open und in Wimbledon jeweils das Endspiel erreicht. Im spannenden dritten Satz gegen Stephens war Williams bei 5:4 und 30:30 nur zwei Punkte von ihrem ersten Einzug ins US-Open-Finale seit 2002 entfernt.

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Bei den Herren stehen sich am Freitag in der Vorschlussrunde die beiden Außenseiter Kevin Anderson und Pablo Carreno Busta gegenüber. Anschließend trifft der Weltranglistenerste Rafael Nadal auf Juan Martin Del Potro, der im Viertelfinale überraschend Roger Federer aus dem Turnier geworfen hatte.

aar/dpa/sid



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Analog 08.09.2017
1. Tolle Frau,
könnte ich Stundenlang beim Spielen zu schauen...
jean-baptiste-perrier 08.09.2017
2. Nur ein Satz wirklich mitreißend!
Ist ja häufiger so im Sport, wenn der große Showdown erwartet wird, gibt es manchmal das Gegenteil. Insgesamt 5 Sätze in 2 Halbfinalen und davon war nur einer wirklich mitreißend: Der dritte zwischen Stephens und Venus Williams. Den ersten Satz hat Venus ihrer Gegnerin geschenkt. Stephens musste nur drei-, viermal den Ball zurückspielen ohne selbst besonders aggressiv oder risikoreich zu schlagen. Venus "Spiel" im ersten Satz war unterirdisch (ein Unforced Error nach dem anderen zum 1:6). Im zweiten Satz spielte Venus dann plötzlich unfassbar gut beim 6:0 (da hätte sie auch eine topfitte Serena vom Platz geschossen). Und im dritten Satz war es dann hochklassig von beiden (Venus bei 5:4 selbst nur zwei Punkte vom Match entfernt). Vereinfacht: 51 Unforced Errors von Venus waren einfach zuviel gegen eine sehr sicher und mit guter Länge mitspielende Sloane Stephens. Am Ende zumindest sehr gutes Tennis. Für Stephens war es das erste US Open Halbfinale (dementsprechend nervös). Venus wollte es allen mit ihren 37 Jahren nochmal zeigen und war daher auch unkonzentriert im ersten Satz. Wenn man dann noch einrechnet, dass Venus schon immer am Sjögren-Syndrom leidet (was jedoch erst vor einigen Jahren diagnostiziert wurde), dann muss man vor ihr absolut den Hut ziehen. Wer weiß, ob ohne dieses Sjögren-Syndrom nicht sie heute da wäre, wo Serena derzeit steht in bezug auf Grand Slam Erfolge. Ihr Spiel im zweiten Satz so wie ihr Triumph gegen eine hervorragende Kvitova war eine Demonstration was eigentlich (immer noch!) in ihr steckt. ----- Das zweite Match war für Madison Keys ein besseres Trainings-Spiel. Dabei war sie leicht verletzt! Rücken? Knie? Oberschenkel? Man weiß es nicht genau! Zumindest im Spiel war nix von einer Einschränkung zu erkennen. Coco Vandeweghe blieb trotz ihres schwachen Auftritts für ihre Verhältnisse merkwürdig ruhig bis zum Ende. Nicht das Pat Cash ihr vorsichtshalber vorher ein paar Tranquilizer ins Essen hat rühren lassen?
zaunreiter35 08.09.2017
3. Jetzt ist
das worst-case-scenario ja nicht eingetreten, jean-baptiste! Heute Nacht hatten die Probleme, die am Mittwoch hervorragend spielten. Ich frage mich, ob man an der Niederlage von Venus den Bedarf von längeren Regenerationsphasen wegen des Alters festmachen kann. Oder ob sie nur schlecht im ersten Satz gespielt hat. So wie sich da Sloane ausprobieren durfte, unter den Augen ihres Boyfriends und American Heroes Jozy Altidore. Das Spiel schleppte sich so dahin und erst als es zum finalen Höhepunkt ging, nahm das Spiel Fahrt auf und die Spielerinnen packten auch mal ein paar extravagante Winner aus. Und bei den guten Freundinnen Keys und Vandeweghe hat die eine der anderen gleich mal gezeigt, dass sie sie nicht ins Spiel kommen lassen will. Beide hatten vorher schon mal "GS-Halbfinal-Feeling" geschnuppert, so dass es an Nervosität nicht gelegen hat. Nach den Mittwochspielen hätt ich gedacht, dass die extrovierte Vandeweghe die eher ruhigere Keys einmacht. Aber vielleicht war der selbstgemachte Druck zuviel. Ich rechne mal mit Madison Keys als neue US-Open-Siegerin.
jean-baptiste-perrier 08.09.2017
4. Nochmal genau hinschauen!
Madison Keys und Coco Vandweghe hatten ihre Spiele am Mittwoch und am Donnerstag (korrekt). Hingegen Venus Williams und Sloane Stephens hatten ihre Spiele am Dienstag und am Donnerstag! Also für Venus wäre der Eintagesrhythmus von Viertelfinale und Halbfinale wie Keys und Vandenweghe ihn hatten mit 37 Jahren (plus Sjögren-Syndrom) sicherlich schwierig geworden. Im übrigen bei mangelnder Regeneration hätte Venus ja auch im zweiten und dritten Satz durchhängen müssen. Da hat sie ja aber geliefert. Also das war mal wieder bei ihr eher nervlich bedingt. Im ersten Satz wirkte sie insgesamt nicht wach. Das war aber keine mangelhafte Regeneration, sondern eher nervlich bedingt. Wobei das auch nicht nur psychisch, sondern tatsächlich auch neurologisch als Folge des Sjögren-Syndroms bedingt sein kann. Ihre Schwankungen im allgemeinen in bezug auf Schlagpräzision lassen sich bei ihrer Erfahrung auch nicht allein auf plötzliche Nervosität zurückführen. Das Sjögren-Syndrom schädigt insbesondere auch das zentrale Nervensystem. Von daher ist es eh ein Wunder auf welchen Niveau Venus überhaupt noch Tennis spielen kann!
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