US-Schwimmstar Phelps "Ich wollte nicht mehr weiterleben"

Michael Phelps, der mit 22 Medaillen erfolgreichste Olympiateilnehmer überhaupt, hat eine schwere Lebenskrise hinter sich. Nach einer Therapie blickt der US-Schwimmstar nun optimistisch auf die Spiele 2016 in Rio.
Ausnahmeschwimmer Phelps: Wäre beinahe im Alkohol versunken

Ausnahmeschwimmer Phelps: Wäre beinahe im Alkohol versunken

Foto: AP/dpa

18 Mal gewann Michael Phelps olympisches Gold, 22 Medaillen holte der US-Ausnahmeschwimmer bei Sommerspielen insgesamt. Damit ist er der erfolgreichste Olympia-Teilnehmer überhaupt. Dennoch erlebte Phelps im vergangenen Jahr eine schwere persönliche Krise: Alkoholsucht, Ärger mit dem Gesetz. Den Tiefpunkt hat der 30-Jährige nach eigener Aussage hinter sich gelassen, er bereitet sich auf die Spiele 2016 in Rio vor. Im US-Magazin "Sports Illustrated" gab Phelps nun Einblicke in seine Depressionen.

"Ich war an einem wirklich dunklen Ort. Wollte nicht mehr weiterleben", sagte der Schwimmer. Sein Trainer Bob Bowman ergänzte: "Ich dachte ehrlich: So wie er sich verhält, wird er sich töten. Nicht dass er sich das Leben nehmen wird, aber so etwas wie DUI (Autofahren unter Alkoholeinfluss, d. Red.), nur noch schlimmer."

Nachdem die Polizei Phelps zum wiederholten Male bei einer Alkoholfahrt erwischt hatte, wurde er 2014 zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt und vom Schwimmverband für sechs Monate gesperrt. "Danach habe ich mein Haus vier Tage lang nicht verlassen", sagte Phelps. Er entschied sich für eine Suchttherapie. "Das war wahrscheinlich die größte Furcht, die ich jemals in meinem Leben gespürt habe", berichtete Phelps. Als Mitpatienten einen Bericht über ihn und seine Sperre durch den US-Schwimmverband sahen, stellte der Superstar sich ihnen vor. "Ich sagte: Ja, das bin ich. Die Katze ist aus dem Sack." Die Therapie zeigte Wirkung, Phelps kehrte zurück.

Michael Phelps: 18 Mal Gold ist nicht genug

Michael Phelps: 18 Mal Gold ist nicht genug

Foto: Barbara Walton/ dpa

Es war sein zweites Comeback. Der US-Amerikaner hatte bereits 2012 seine Karriere beendet, war dann aber 2014 zurückgekehrt. Und Phelps gibt sich selbstbewusst: "Mein Körperfettanteil ist deutlich gesunken, ich bin drahtiger als je zuvor. Ihr werdet einen anderen Mann sehen als in allen anderen Olympischen Spielen zuvor."

Im August hatte der Ausnahmeschwimmer, der bei der WM im russischen Kasan gesperrt war, mit drei Weltjahresbestzeiten bei den parallel ausgetragenen US-Meisterschaften geglänzt. Mit diesen Leistungen wäre Phelps Dreifachweltmeister in Kasan geworden.

ckr/sid
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