US-Sieg in Freistilstaffel Zweites Gold für Phelps

Sie schienen schon geschlagen - doch dann legte Jason Lezak einen unglaublichen Endspurt hin: Der Schlussschwimmer sicherte der US-Staffel Gold über 4 x 100 Meter Freistil. Damit liegt Superstar Michael Phelps bei der Jagd nach acht Goldmedaillen voll im Plan.


Hamburg - Es war ein packendes Finale: Michael Phelps war als Startschwimmer ins Rennen gegangen und feuerte seine Teamkollegen anschließend lautstark vom Beckenrand an. Dennoch schien sein Traum von acht Goldmedaillen bei diesen Olympischen Spielen schon geplatzt. Als Schlussschwimmer Jason Lezak nach Garrett Weber-Gale und Cullen Jones ins Wasser sprang, betrug der Rückstand auf Frankreich über eine halbe Sekunde.

US-Schwimmer Phelps (r.) und Weber-Gale: Gold in der Staffel
REUTERS

US-Schwimmer Phelps (r.) und Weber-Gale: Gold in der Staffel

Doch Lezak zeigte eine starke Leistung, kämpfte sich auf der zweiten Bahn heran und zog schließlich kurz vor Schluss noch am französischen Schlussschwimmer vorbei. Die USA siegten in 3:08,24 Minuten und stellen damit auch einen neuen Weltrekord auf. Frankreich sicherte sich in 3:08,32 Silber vor Australien (3:09,91). Für Phelps war es bereits das zweite Gold bei den Spielen von Peking. Am Sonntag hatte er schon über 400 Meter Lagen triumphiert.

Der australische Startschwimmer Eamon Sullivan durfte sich zusätzlich zu Bronze über einen neuen Einzelweltrekord freuen. Bei Staffelwettbewerben gelten die Zeiten der Startschwimmer auch für die individuellen Bestenlisten. Sullivan schwamm die 100 Meter in 47,24 Sekunden und unterbot damit die alte Bestmarke des Franzosen Alain Bernard um 26 Hundertstelsekunden.

Auch Kosuke Kitajima hat über 100 Meter Brust eine historische Marke unterboten: Der Japaner blieb in 58,91 Sekunden als erster Schwimmer der Geschichte unter 59 Sekunden und verbesserte damit die alte Bestmarke von Brendan Hansen (USA) um 22 Hundertstelsekunden. Silber ging an den Norweger Dale Oen (59,20), Bronze sicherte sich der Franzose Hugues Duboscq (59,37).

Bei den Frauen triumphierte Rebecca Adlington über 400 Meter Freistil. Die Britin siegte in 4:03,22 Minuten vor der US-Amerikanerin Katie Hoff (4:03,29) und ihrer Teamkollegin Joanne Jackson (4:03, 52). Die Französin Laure Manaudou, vor vier Jahren in Athen noch Olympiasiegerin, landete nur auf dem achten und letzten Rang.

Weltmeisterin Lisbeth Trickett hat in Peking ihr erstes olympisches Einzel-Gold gewonnen. Die 23-jährige Australierin gewann das Finale über 100 Meter Schmetterling in der persönlichen Bestzeit von 56,73 Sekunden vor der US-Amerikanerin Christine Magnuso (57,10). Bronze ging an Tricketts Teamkollegin Jessicah Schipper (57,25).

Kirsty Coventry aus Simbabwe hat im Halbfinale über 100 Meter Rücken in 58,77 Sekunden einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die 24-Jährige verbesserte die alte Bestmarke der US-Amerikanerin Natalie Coughlin um zwei Zehntelsekunden.

Die Deutsche Antje Buschschulte hingegen ist im selben Rennen ausgeschieden. Sie kam mit ihrer Zeit von 1:01,15 Minuten nur auf Platz 15. Besser machte es Landsmann Paul Biedermann. Der 22-Jährige schwamm im Halbfinale über 200 Meter Freistil in 1:46,41 Minuten die fünftbeste Zeit und erreichte das Finale. Er blieb dabei nur vier Hundertstelsekunden über seinem deutschen Rekord.

hut/sid/dpa



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