Usain Bolt "Muhammad Ali hat auch seinen letzten Kampf verloren"

Vor Zehntausenden jubelnder Fans hat Sprintstar Usain Bolt im Londoner Olympiastadion seine letzte Ehrenrunde gedreht. Er sei traurig über den Abschied, sagte er - und verriet, was er nun vorhat.

Usain Bolt bei seiner Abschiedsrunde in London
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Usain Bolt bei seiner Abschiedsrunde in London


Usain Bolt hat sich mit einem emotionalen Schlusswort in den sportlichen Ruhestand verabschiedet - und ein Comeback als Leistungssportler definitiv ausgeschlossen. "Nein, ich komme nicht zurück", sagte der Jamaikaner am späten Sonntagabend auf einer Pressekonferenz im Londoner Olympiastadion.

Zuvor hatte er dort seine letzte Ehrenrunde gedreht: 55.500 Zuschauer feierten den 30-Jährigen mit Jubelstürmen und Standing Ovations. Bolt wirkte auf seiner letzten Runde ernst und bedächtig, er winkte und klatschte immer wieder in das Publikum. Auch seine berühmte Blitz-Bolt-Siegerpose sah man zum Schluss noch einmal. "Mein Leben war für mehr als zehn Jahre die Leichtathletik", sagte Bolt. "Ich liebe die Leichtathletik."

Bolt beendet seine Karriere nach acht Olympiasiegen und drei Weltrekorden. Der Stadionsprecher in London nannte ihn den "größten Sprinter der Geschichte". Dann gab es noch ein Feuerwerk, dazu lief der Song "Reggae Night". Auf der Anzeigetafel leuchteten die Zeiten seiner aktuellen Weltrekorde: 9,58 (100 Meter) und 19,19 Sekunden (200 Meter).

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Sein letztes Rennen - das am Samstagabend für den Schlussläufer der Sprintstaffel mit einer Verletzung dramatisch endete - verändere nicht, "was ich im Sport getan habe", sagte Bolt bei der Pressekonferenz. Er hinterlasse ein gutes Vermächtnis. Und: " Muhammad Ali hat auch seinen letzten Kampf verloren."

Er sei traurig, zu gehen, sagte Bolt. "Ich kenne nur die Laufbahn, seit ich zehn bin, habe ich nichts anderes gemacht." Nun werde er erst mal entspannen, Party machen und sich ein paar Drinks gönnen. "Ich bin glücklich."

aar/dpa/sid



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Worldwatch 14.08.2017
1. Neben ...
... Rasta, Reggae und karibischem Rum, brachte U.Bolt ein neues Image nach Jamaika; Sport und Leichtathletik in Weltbestleistung. Die Kids in Jamaika, vor allem die in den Slums, haben nun neue Idole und Lebensziele. Das kann ihnen helfen, sich ein Leben aufzubauen, jenseits von Gangs und Perspektivlosigkeit. Bolts Leben als Sportssupertar wird Beste Entwicklungshilfe für Jamaika's Jugend sein.
M.Wissmann 14.08.2017
2. Rein interessehalber:
Werden Teilnehmer, die in einem Lauf zum Beispiel keine Platzierung erhalten (Fehlstart, Verletzung) überhaupt zu einer Dopingkontrolle aufgerufen?
rsl1411 14.08.2017
3.
Zitat von M.WissmannWerden Teilnehmer, die in einem Lauf zum Beispiel keine Platzierung erhalten (Fehlstart, Verletzung) überhaupt zu einer Dopingkontrolle aufgerufen?
Üblicherweise werden neben den Top-Platzierungen die übrigen Teilnehmer stichprobenartig getestet. Das kann dann natürlich auch ausgeschiedene Kandidaten treffen.
crazy_swayze 14.08.2017
4.
Weltklasse der Mann. Selbst eine verpatzte WM lässt ihn nicht aus der Ruhe bringen. Der Ruhestand sei ihm gegönnt.
Gerdd 14.08.2017
5. und Steffi Graf ...
... und Birgit Prinz - und nun auch Wladimir Klitschko. Und Schumis letzte Rennsaison war auch nicht der Höhepunkt seiner Karriere.
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