Vendée Globe Verletzter Segler erreicht Festland

Wieder auf festem Boden: Vendée-Globe-Skipper Yann Eliès ist nach seiner dramatischen Rettung auf hoher See sicher in Fremantle an der australischen Westküste angekommen. Der Franzose konnte sich wegen seiner schweren Verletzungen jedoch noch nicht selbst äußern.


Hamburg - Eliès wird im Royal Perth Hospital behandelt. Bevor der Franzose im Hafen in einen Krankenwagen gebracht wurde, lächelte er jedoch und gab mit erhobenem Daumen Entwarnung.

Skipper Eliès: Gut angekommen
AFP

Skipper Eliès: Gut angekommen

Eliès' Zustand sei stabil, sagte die Krankenhaussprecherin Joanne Hill. Der Skipper brauche jedoch nach der Versorgung auf dem Schiff, das ihn geborgen hatte, weitere Behandlungen, bevor er mit den Medien sprechen könne.

"Wir konnten fünf Minuten mit ihm verbringen, bevor er weggebracht wurde. Er war in einem Anzug, der seine Brust und sein Bein schützte", sagte Jean-Baptiste Epron, ein Mitglied von Eliès' Team. "Wegen der Medikamente spricht er sehr langsam. Der Kapitän kam, um sich zu verabschieden, Yann dankte ihm und sie einigten sich auf ein Treffen, wenn es ihm wieder besser geht."

Eliès war am Donnerstag auf das Deck seiner Yacht "Generali" geschleudert worden, als eine große Welle das Boot traf. Er konnte sich in die Kajüte schleppen und Notrufe absetzen, Schmerzmittel und Nahrung erreichte er aber nicht mehr. Eliès versuchte, wie alle anderen Teilnehmer des Rennens die Erde alleine auf seinem Boot zu umrunden.

48 Stunden harrte Eliès nach seinem Unfall ohne Verpflegung oder schmerzlindernde Mittel aus. Marc Guillemot, ebenfalls Teilnehmer der Vendée Globe, war mit seiner Yacht "Safran" als erstes bei der "Generali", hatte jedoch keine Möglichkeit einzugreifen. Bei hohem Wellengang konnte Eliès nur mit Hilfe eines Schlauchbootes von Bord seiner Yacht geborgen werden. Der australischen Marine, deren Fregatte "Arunta" zur Hilfe geeilt war, gelang das riskante Manöver am Samstag.

"Ich kann Ihnen sagen, dass er nach Einschätzung unseres Arztes nicht überlebt hätte, wenn wir nicht gekommen wären", sagte Steven Bowater, der Kommandeur der "Arunta". Eliès hatte sich neben dem linken Oberschenkelknochen mehrere Rippen gebrochen.

set/fsc/AP



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