Verdacht gegen Kolobnew
Die Tour hat ihren ersten Doping-Fall
Es ist der zehnte Tag der Tour de France, und nun gibt es auch einen Doping-Fall: Alexander Kolobnew vom Team Katjuscha ist positiv auf eine Substanz getestet worden, die zur Maskierung anderer Doping-Mittel verwendet wird. Der 30-Jährige wurde von seinem Rennstall entlassen.
Hamburg - Schwere Stürze, viele Verletzte und nun auch der erste Doping-Fall: Alexander Kolobnew vom Team Katjuscha wurde auf der 98. Tour de France positiv getestet. In der A-Probe des Russen wurde das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen, ein Mittel, das häufig zur Maskierung anderer Doping-Substanzen benutzt wird. Das gab der Radsport-Weltverband UCI am Montagabend bekannt.
Katjuscha reagierte noch am Abend und trennte sich von dem Radprofi. "Wir haben ihn entlassen. Wenn der Fall abgeschlossen ist, wird er für den Schaden, den er dem Team zugefügt hat, bezahlen müssen", sagte Katjuscha-Sprecher Sergej Outschakow.
Der 30 Jahre alte Vizeweltmeister von 2009 konnte zunächst nicht von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen werden, denn das Mittel steht nicht auf der UCI-Dopingliste. In diesem Fall konnte die UCI auch keine provisorische Sperre aussprechen. Das Mittel ist klassifiziert als spezielle Substanz, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada als "anfällig für eine glaubwürdige Nicht-Doping-Erklärung" definiert ist. Die Strafe für solch einen positiven Test reicht daher von einer Verwarnung bis zu einer zweijährigen Sperre.
Die UCI hatte in einem Statement aber deutlich gemacht, dass sie "zuversichtlich ist, dass das Team die notwendigen Schritte unternimmt, um die Tour de France in Ruhe weiterlaufen zu lassen".
Kolobnew, der im Gesamtklassement auf dem 69. Platz 22:15 Minuten hinter Spitzenreiter Thomas Voeckler (Frankreich) lag, hat vier Tage Zeit, um die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Die positive A-Probe stammt aus einer Kontrolle vom 6. Juli und war im Wada-Labor in Châtenay-Malabry untersucht worden.
Die Zeitung "L'Équipe" berichtete darüber hinaus, dass die französische Spezialeinheit OCLAESP eine knappe Stunde das Mannschaftshotel von Katjuscha durchsucht habe. Die Anti-Doping-Einheit hatte bereits zum Tour-Auftakt den Teambus der belgischen Mannschaft Quick Step für eine intensive Untersuchung für einige Stunden beschlagnahmt.
Ein ähnliches Präparat um ein nachgewiesenes Stimulanzmittel wie nun bei Kolobnew hatte 2010 zu einer Zweijahressperre des belgischen Bahnfahrers Iljo Keisse geführt. Keisse hatte vor drei Jahren zunächst eine Sperre vermieden. Damals legte jedoch die UCI Einspruch ein und der Internationale Sportgerichtshof Cas sperrte den Bahnradfahrer.