Olympiasieger Röhler "Jeder Schauspieler wird mit einer Gage versorgt, so sollte es auch bei Sportlern sein"

Mit dem Spitzensport werden Milliarden verdient, doch viele Athleten finden, dass bei ihnen zu wenig davon ankommt. Nun hat auch Olympiasieger Thomas Röhler eine bessere Gewinnbeteiligung gefordert.

Thomas Röhler
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Thomas Röhler


Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler hat sich der Kritik des Vereins Athleten Deutschlands angeschlossen und eine veränderte Verteilung der IOC-Gewinne bei Olympischen Spielen gefordert. Laut Röhler müssten die Sportler stärker profitieren, sagte der Europameister von Berlin 2018 dem MDR.

"Wir sind die Akteure für die 'Unterhaltungsdienstleistung' Olympische Spiele. Jeder Schauspieler wird mit einer Gage versorgt, so sollte es auch bei den Sportlern passieren", sagte Röhler. Schließlich seien es die Athleten, die durch ihre Leistungen für ein Spektakel sorgten, das auf der gesamten Welt Milliarden Menschen in seinen Bann zieht.

Da die Werbemöglichkeiten der Athleten bei Olympischen Spielen durch die Vorgaben des IOC eingeschränkt seien, müsste sich die Bezahlung bessern. "Es ist sehr gesund für das gesamte Sportsystem, wenn der einzelne Sportler gestärkt wird", sagt der 27-Jährige. Wie eine anständige Verteilung der Gelder aussehen sollte, müsse noch diskutiert werden.

Der im vergangenen Jahr gegründete Verein Athleten Deutschland hatte im Mai dieses Jahres gefordert, dass 25 Prozent aller IOC-Einnahmen in einem olympischen Zyklus direkt an die Athleten weitergeleitet werden müssten. Zehn Prozent sollen zusätzlich ohne Umwege an die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada gehen.

In Summe entspricht dies auf Grundlage der aktuellen IOC-Einnahmen aus Übertragungs- und Vermarktungsrechten in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro für diesen Olympiazyklus 1,75 Milliarden Euro.

bka/sid



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