Verletzungsmisere Vitali Klitschko beendet Box-Karriere

Seine Titelverteidigung musste er viermal verschieben, heute hat Schwergewichts-Boxweltmeister Vitali Klitschko überraschend einen Schlussstrich gezogen und seine Karriere beendet. Der Champion aus der Ukraine ist seine vielen Verletzungen leid.


Hamburg - "In letzter Zeit habe ich mich leider mehr mit meinen Verletzungen als mit meinen Kontrahenten im Ring auseinander setzen müssen. Die Entscheidung, mit dem Leistungsport aufzuhören, ist mir sehr schwer gefallen. Aber ich möchte meine Karriere auf dem Gipfel beenden und mit meinem Rücktritt nun den Weg freimachen für meine Nachfolger", hieß es in einer heute verbreiteten Erklärung seines Managers Bernd Bönte.

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Rückblick: Klitschko wird WBC-Weltmeister

Der Ukrainer Klitschko, der seine für den kommenden Samstag in Las Vegas geplante Titelverteidigung gegen den US-Amerikaner Hasim Rahman wegen einer im Training erlittenen Verletzung absagen musste, wurde am Dienstag im kalifornischen Inglewood am Knie operiert. Dort wurde von Neal Elattrache ein frischer Riss des vorderen Kreuzbandes behoben. Bisher war der Boxer immer lediglich von einer Verletzung am Meniskus ausgegangen.

Klitschko hätte mindestens sechs Monate pausieren müssen, allerdings war ihm vom Weltverband WBC nur eine dreimonatige Frist für einen neuen WM-Kampf eingeräumt worden. Ansonsten wäre ihm der Titel aberkannt worden. "Mit dieser schweren Verletzung hätte Herr Klitschko unmöglich boxen können", erklärte der behandelnde Arzt Elattrache, "das Knie war absolut instabil." Zukünftig will sich Klitschko verstärkt "sozialen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen stellen".

Der 34-Jährige hatte seit 1996 von 37 Profikämpfen 35 gewonnen, davon 34 durch K.O.. Im April 2004 wurde der 2-Meter-Mann Weltmeister nach Version des World Boxing Council (WBC), zuvor hatte er den Titel der World Boxing Organisation inne.



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