Verspätung bei Dopingtest Armstrong befürchtet Tour-Sperre

Lance Armstrong droht nach der Verzögerung bei einem Dopingtest in Frankreich Ärger. Die nationale Anti-Doping-Agentur will den Radprofi mit einer Strafe belegen - Armstrong selbst befürchtet sogar einen Ausschluss von der Tour de France.


Hamburg - "'Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mir verbieten werden, die Tour zu fahren", sagte der 37-Jährige in einem Video, das auf der Homepage seiner Stiftung gegen Krebs veröffentlicht wurde. Zuvor war die Verzögerung bei einem Dopingtest durch den siebenmaligen Tour-Sieger als offizieller Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln gewertet worden. Die französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) kündigte an, den Radprofi möglicherweise mit einer Strafe belegen zu wollen.

Radprofi Armstrong: Ärger mit den Dopingfahndern
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Radprofi Armstrong: Ärger mit den Dopingfahndern

Bei Armstrongs Astana-Equipe gibt man sich trotz der Strafandrohung gelassen: "Sie haben das Recht zu ermitteln, auch wenn es keinen Grund gibt. Wir warten die AFLD-Entscheidung ab", sagte Team-Sprecher Philippe Maertens am Freitag.

Der Weltverband UCI signalisierte bereits Unterstützung für den US-Amerikaner, dessen Tour-Auftritt auch vom Veranstalter Aso gewünscht wird. "Wenn die AFLD Sanktionen ausspricht, werden unsere Anwälte prüfen, ob die weltweit zu gelten haben. So weit wir das beurteilen können, hat Armstrong weder UCI- noch Wada-Recht gebrochen", sagte Weltverbands-Präsident Pat McQuaid dem Internet-Dienst Cyclingnews.

Der Vorfall hatte sich am 17. März bei einer unangemeldeten Kontrolle im südfranzösischen Saint-Jean-Cap-Ferrat ereignet. Dabei hatte Armstrong die Regel missachtet, nach der er bei einem Test unter direkter und ständiger Überwachung durch einen Kontrolleur stehen muss. Es war zu einer 20-minütigen Verzögerung gekommen, weil Armstrong zunächst duschen gegangen war. Währenddessen ermittelte sein Astana-Teamchef Johan Bruyneel die offizielle Befugnis des unbekannten Kontrolleurs. Bei der Kontrolle wurden Armstrong Urin-, Blut- und Haarproben entnommen. Die folgenden Tests ergaben keine Hinweise auf verbotene Substanzen.

jok/sid/dpa

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