Videobeweis im Basketball NBA führt "Coach's Challenge" ein

Nicht nur im Fußball sind Änderungen am Videobeweis ein Thema. Ab der nächsten Saison dürfen Trainer einmal pro Spiel eine Entscheidung der Schiedsrichter anfechten und die Überprüfung in der Zeitlupe fordern.

Spurs-Trainer Gregg Popovich ist für seine lautstarke Kritik an Schiedsrichtern bekannt
Eric Gay / AP

Spurs-Trainer Gregg Popovich ist für seine lautstarke Kritik an Schiedsrichtern bekannt


In der NBA werden kritische Spielszenen regelmäßig in Zeitlupe überprüft. Was bislang nur die Schiedsrichter selbst veranlassen durften, steht nun auch den Trainern zu. Wie die NBA mitteilte, werden die Coaches in der kommenden Saison erstmals die Möglichkeit einer Challenge haben, ähnlich wie im Tennis oder American Football. Die Spielzeit 2019/2020 wird zunächst als Testphase für die Regeländerung dienen.

Byron Spruell, Leiter des Ligabetriebs, sagte: "Den Cheftrainern eine Stimme zu geben, wird das Vertrauen der Teams und Fans in unseren Videobeweis verstärken und unserem Spiel ein neues strategisches Element hinzufügen."

Jedes Team bekommt pro Partie nur eine Challenge - ob erfolgreich oder nicht. Als Anlass gelten folgende Kriterien:

  • Fouls, die gegen das eigene Team gepfiffen werden,
  • wenn ein Spieler den Schiedsrichtern zufolge ins Aus getreten ist,
  • Goaltending-Entscheidungen (Goaltending = wenn der Ball beim Rebound gefangen wird, obwohl er noch in den Korb fallen kann, oder wenn er nach einem Wurf geblockt wird, obwohl die Flugkurve bereits nach unten zeigt).

In den letzten zwei Spielminuten des letzten Viertels sowie der Verlängerung darf die Challenge nur bei einem Foul genutzt werden. Um eine Entscheidung überprüfen zu lassen, müssen die Trainer sofort ein Timeout nehmen und den Schiedsrichtern ein Handsignal geben. Damit es zu einer Änderung kommt, muss eine "klare Fehlentscheidung" vorliegen.

Permanente Änderung für Videoassistenten

Außerdem bekommt das "NBA Replay Center" neue Befugnisse: Nicht nur die Schiedsrichter auf dem Feld, sondern auch die Videoassistenten dürfen künftig eine Überprüfung in Zeitlupe veranlassen. Dies betrifft Entscheidungen, ob es sich um einen Zwei- oder Dreipunktewurf handelt, sowie mögliche Verstöße gegen die 24-Sekunden-Wurfuhr.

Die Regeländerung werde "den Spielfluss verbessern", sagte Spruell. In den letzten zwei Spielminuten dürfen die Assistenten nicht mehr eingreifen. Für die Kommunikation zwischen dem "Replay Center" und den Schiedsrichtern wird es einen Administrator am Spielfeldrand geben. Bei dieser Änderung gibt es keine Testphase, sie wird auf Dauer eingeführt.

mrk

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