Vierter Turniersieg Schüttler triumphiert in Lyon

Deutschlands derzeit bester Tennisprofi Rainer Schüttler hat das zweite Turnier innerhalb einer Woche gewonnen. Im Finale von Lyon ließ er dem Lokalmatadoren Arnaud Clement keine Chance.


Siegesrausch: Rainer Schüttler gewann nach dem Turnier von Tokio nun auch in Lyon
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Siegesrausch: Rainer Schüttler gewann nach dem Turnier von Tokio nun auch in Lyon

Lyon - Rainer Schüttler eilt weiter von Sieg zu Sieg. Mit einem 7:5, 6:3 im Finale gegen den Franzosen Arnaud Clement gewann der 27-jährige Korbacher das ATP-Turnier in Lyon, blieb auch im zehnten Einzel in Folge ungeschlagen und feierte sieben Tage nach seinem Turniersieg in Tokio den insgesamt vierten Titel seiner Karriere.


"So lange ich gewinne, vergesse ich einfach, dass ich müde bin und gebe weiter alles", sagte der Sieger von Lyon, der sich keine Pause gönnt und in der neuen Woche schon wieder beim Masters-Turnier in Madrid gefordert ist. Nach der geschafften Qualifikation für den Masters Cup der besten acht Tennis-Profis Ende November in Houston ist jedoch der größte Druck vom Hessen abgefallen: "Es ist ein gutes Gefühl, dass ich kein Spiel mehr gewinnen muss und trotzdem dabei bin."


Clement ständig in der Defensive


Zudem gelangen ihm als erstem Deutschen seit Tommy Haas 2001 (Wien und Stuttgart) zwei Turniersiege innerhalb einer Woche. Im Champions Race bleibt der bereits für den Masters Cup qualifizierte Schüttler mit nunmehr 568 Punkten die Nummer sechs.


Locker und souverän hatte Schüttler seinen mit Brille und Piratentuch angetretenen Gegner jederzeit im Griff. Clement, 2001 ebenso wie Schüttler in diesem Jahr im Finale der Australian Open an Andre Agassi gescheitert, war ständig in der Defensive und ließ sich fast ohne Gegenwehr den Rhythmus seines Gegners aufzwingen. Im zweiten Durchgang lag Clement bereits mit 0:4 hinten, doch Schüttlers Konzentration ließ etwas nach, so dass der Franzose noch auf 3:5 herankam. Nach 1:50 Stunden verwandelte der Deutsche dennoch sicher seinen zweiten Matchball.


Schüttler erster deutscher Spieler bei der ATP-WM seit 1999


Im Halbfinale von Lyon, wo Schüttler sein zweiter Turniersieg im vierten Finale 2003 gelang, hatte der an Nummer eins gesetzte Deutsche seinen Freund und Trainingspartner Michail Juschni besiegt. Nach dem Verzicht des Argentiniers David Nalbandian auf eine Teilnahme in Madrid war Schüttlers Qualifikation für den Masters Cup der acht Saisonbesten im November in Houston allerdings bereits im Achtelfinale perfekt.


Als erster deutscher Spieler seit Nicolas Kiefer, der bei der ATP-WM 1999 in Hannover im Halbfinale an Pete Sampras scheiterte, schlägt Rainer Schüttler in vier Wochen beim Saisonfinale auf. "Es ist gut für die deutschen Zuschauer, dass wieder ein Deutscher dabei ist. Europsport überträgt alle Spiele, da bin ich sicher, dass viele deutsche Tennisfans meine Spiele verfolgen werden."


Das Finale des ATP-Turnieres in Wien konnte der Schweizer Roger Federer klar für sich entscheiden. Der an Nummer eins gesetzte Wimbledon-Sieger schlug den Spanier Carlos Moya mit 6:3, 6:3, 6:3.


In einer Neuauflage des Finals der US-Open revanchierte sich die Belgierin Kim Clijsters für ihre Niederlage gegen Justin Henin-Hardenne. Im Endspiel des WTA-Turniers von Filderstadt bezwang Clijsters ihre Kontrahentin mit 5:7, 6:4 und 6:2.



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