Nach Mobbing-Studie Deutscher Turner-Bund will Völkerball "kritisch betrachten"

Völkerball soll einer Studie zufolge Aggressionen und Unterdrückung fördern. Der Deutsche Turner-Bund sagt, bei dem Spiel stünden eher die motorischen Fähigkeiten der Spieler im Vordergrund.
Völkerball wird an vielen Schulen im Sportunterricht gespielt

Völkerball wird an vielen Schulen im Sportunterricht gespielt

Foto: Getty Images/iStockphoto

Eine kanadische Studie hatte Völkerball in Zusammenhang mit Schulsport mit "legalisiertem Mobbing" gleichgesetzt. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) kündigte nun an, das Spiel "kritisch zu betrachten". Dem DTB ginge es darum, Völkerball als faires Spiel zu vermitteln, bei dem es "eher um Reaktionsschnelligkeit und das Fangen des Balles geht" und nicht um die Erniedrigung der Gegenspieler, sagte Pressesprecher Torsten Hartmann.

Außerdem verwies er darauf, dass Völkerball als Wettkampfsport in den Vereinen freiwillig betrieben werde. "Unsere Philosophie ist, dass Völkerball ein Mannschaftsspiel ist, welches auch Teamwork und Fairplay bedeuten sollte", sagte Hartmann.

Eine Forschergruppe aus Vancouver hatte unter der Leitung der Bildungswissenschaftlerin Joy Butler eine Studie vorgestellt, in der Schüler im Alter von zwölf bis 15 Jahren zum Sportunterricht in der Schule befragt wurden. Darin sei "Dodgeball", eine in Nordamerika beliebte Völkerball-Variante, negativ aufgefallen. Von einigen Schülern werde das Spiel demnach als "erniedrigend" und "entmenschlichend" aufgefasst.

Der Studie zufolge fördert das Spiel Aggressionen, weshalb die Wissenschaftler empfahlen, Völkerball aus dem Schulsport zu streichen. Gegenüber der "Washington Post" sagte Butler: "Die Botschaft des Spiels lautet: Es ist okay, andere zu verletzen." In den sozialen Medien haben die Forschungsergebnisse eine Debatte auslöst.

mrk/sid
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