Nach WM-Pleite gegen Frankreich Volleyball-Team schwört sich auf Iran ein

Noch ist das große Ziel WM-Medaillengewinn erreichbar. Doch vor dem Spiel gegen Iran stehen die deutschen Volleyball-Herren unter Druck. Durch die Niederlage gegen Frankreich ist ein Erfolg nur Pflicht.

Deutsche Volleyball-Männer: Sieg gegen Iran ist Pflicht
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Deutsche Volleyball-Männer: Sieg gegen Iran ist Pflicht


Hamburg - Nach dem herben Rückschlag im Kampf um die erste WM-Medaille seit 44 Jahren richteten die deutschen Volleyballer den Blick sofort nach vorne. "Wir müssen jetzt gegen den Iran gewinnen, daran hat sich nichts geändert", sagte Außenangreifer Sebastian Schwarz nach dem überraschend deutlichen 0:3 (15:25, 24:26, 22:25) gegen Frankreich.

Im ersten von zwei Spielen der letzten Gruppenphase hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) am Dienstagabend nicht den Hauch einer Chance und muss nun um den Einzug ins Halbfinale fürchten. Aus eigener Kraft ist das nicht mehr zu schaffen. Selbst ein Sieg gegen Iran am Mittwochabend reicht nicht zwingend aus. Es kommt in der Dreiergruppe auch auf das Ergebnis des Spiels zwischen Frankreich und Iran am Donnerstag an.

"Frankreich hat verdient gewonnen", sagte Bundestrainer Vital Heynen. Im zehnten Spiel war es die dritte Niederlage für den Olympia-Fünften von London, der sich ungewöhnlich viele leichte Fehler geleistet hatte. Die Franzosen nutzten das gnadenlos aus und ließen in Kattowitz nie einen Zweifel an ihrem ungefährdeten Erfolg. "Wir haben ein perfektes Spiel gemacht. Da ist es für jedes Team schwer, gegen uns zu gewinnen", sagte der Franzose Antonin Rouzier.

Substanzverlust war deutlich sichtbar

Den deutschen Schmetterkünstlern war anzumerken, dass die letzten beiden Wochen an die Substanz gingen. Zehn WM-Spiele in nur 15 Tagen - das ist selbst für die erfahrenen Profis eine enorm hohe Belastung. "Wir waren zwei Sätze eng dran, aber es hat nicht gereicht", sagte Schwarz. Heynen meinte: "Frankreich hat in den ersten zwei Sätzen drei Aufschlagfehler gemacht, da waren sie deutlich stabiler und druckvoller als wir."

In den ersten beiden Runden in Polen hatte sich die deutsche Mannschaft lediglich Titelverteidiger Brasilien und Olympiasieger Russland (jeweils 0:3) geschlagen geben müssen. Ansonsten überzeugten der bislang enorm starke Diagonalangreifer Georg Grozer und Co. und ließen sich auch von Schwächephasen nicht aufhalten. Doch gegen Frankreich fanden sie erst gar nicht ihren Rhythmus und suchten vergebens nach Lösungen.

Trotz der Pleite ist der Lohn für eine bislang überzeugenden WM nach dem Erreichen der Runde der Top sechs schon jetzt das beste WM-Ergebnis seit Platz vier der DDR 1974. Die DDR-Auswahl hatte es 1970 als bislang einzige deutsche Mannschaft in ein Finale geschafft und auf Anhieb den Titel geholt, zudem standen sie zweimal im Halbfinale (1966 und 1974). Nach der Wiedervereinigung war Rang acht vor vier Jahren in Italien die bislang beste WM-Platzierung der DVV-Auswahl.

aha/sid



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