Volleyball Ehemaliger Frauen-Bundestrainer Lee gestorben

Trauer im deutschen Volleyball: Im Alter von nur 55 Jahren ist der frühere Frauen-Bundestrainer Hee Wan Lee an Krebs gestorben. Verbandspräsident Werner von Moltke würdigte Lee als "eine der prägendsten Figuren im deutschen Volleyball".

Ex-Frauen-Bundestrainer Lee: "Er war sehr bescheiden, ein Vorbild"
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Ex-Frauen-Bundestrainer Lee: "Er war sehr bescheiden, ein Vorbild"


Hamburg - Hee Wan Lee hat im Alter von nur 55 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren. Der im südkoreanischen Seoul geborene Lee sei am Donnerstag in Leverkusen gestorben, teilte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) am Freitag mit. "Lee war eine der prägendsten Figuren im deutschen Volleyball", erklärte Präsident Werner von Moltke. "Er war ein Freund, ein Trainer, ein Mitarbeiter, wie man ihn sich nur wünschen kann. Sein Tod ist ein Schock für uns alle." Lee hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Vor 30 Jahren hatte der damalige Frauen-Bundestrainer Dai Hee Park seinen Landsmann nach Deutschland geholt. Lee wurde schnell zum dominierenden Spielgestalter, unter anderem beim VBC Paderborn und beim SV Bayer Wuppertal. "Er war einer der genialsten Zuspieler", sagte von Moltke, betonte aber auch Lees zurückhaltendes Auftreten: "Er war sehr bescheiden. Er war ein Vorbild. Er war kein Show-Man."

Nach seiner aktiven Zeit als Spieler wurde Lee Trainer und übernahm 1999 die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Zweimal führte er die DVV-Damen zu Olympia, 2003 konnten Lees Schützlinge bei der EM die Bronzemedaille bejubeln. Doch der stille Südkoreaner musste auch Rückschläge hinnehmen: So blieb ausgerechnet bei der Heim-WM 2002 nur der enttäuschende zehnte Platz.

Völlig überraschend legte Lee im März 2006 sein Amt als Bundestrainer nieder. Zuvor hatten die Bundesliga-Vereine seine Idee abgelehnt, mehrere Nationalspielerinnen bei einem Club zu konzentrieren. Die deutschen Volleyball-Frauen waren geschockt: "Wir hoffen, dass wir einen Trainer seiner Qualität finden, um den Volleyball-Nationen auch in Zukunft das Leben schwer machen zu können", sagte die damalige Spielführerin Angelina Grün und verwies damit auf Lees große Verdienste.

mig/dpa



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