Vuelta Gonzalez fängt Heras noch ab

Er trug auf keiner der 21 Vuelta-Etappen das Goldene Trikot des Gesamtführenden. Doch am Ende war Aitor Gonzalez bei der 57. Spanien-Rundfahrt ganz vorn und bescherte Roberto Heras eine bittere Niederlage.


Aitor Gonzalez: Sieg auf den letzten Kilometern
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Aitor Gonzalez: Sieg auf den letzten Kilometern

Madrid - Aitor Gonzales hat erstmals die Spanien-Rundfahrt gewonnen und damit den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Bei seinem Sieg am Sonntag im abschließenden Zeitfahren konnte der Kelme-Fahrer dem bisherigen Spitzenreiter Roberto Heras 3:22 Minuten abnehmen.

Gonzalez lag in der Schlussabrechnung 2:14 Minuten vor Heras, der die Vuelta 2000 gewonnen hatte. Der Spanier vom Armstrong-Team US Postal war mit einem Vorsprung von 1:08 Minuten auf die letzte Etappe, einem Einzelzeitfahren über 41,2 Kilometer in Madrid, gegangen. Schon beim ersten Zeitfahren vor zwei Wochen in Cordoba hatte Gonzalez Heras 1:43 Minuten abgenommen.

"Ich war mir meiner Stärke im Zeitfahren vorher bewusst, aber man sagt ja, das Goldene Trikot verleiht Flügel. Allerdings habe ich Roberto nicht an mir vorbeifliegen lassen", freute sich Gonzalez. Die 1:23 Minuten Vorsprung im Kampf gegen die Uhr auf Vorjahressieger Angel Casero vom Essener Coast-Team verdeutlichten die Dominanz des 27-Jährigen in seiner Spezialdisziplin. Trotz einer glänzenden Mannschaftsleistung zum Abschluss verpasste Coast den Gewinn der Teamwertung knapp. Platz eins ging an Kelme.

Zabel sicherte sich Sieg in der Punktewertung

Erik Zabel hatte sich bereits am Samstag erstmals das Rot-Weiße Trikot des punktbesten Fahrers gesichert, obwohl er bei der diesjährigen Vuelta nicht eines der 21 Teilstücke gewinnen konnte. Voriges Jahr hatte der Telekom-Kapitän noch drei Etappensiege erreicht.

"Ich freue mich riesig über das Trikot, nachdem es im letzten Jahr nicht ganz gereicht hat. Ich muss mich bei meinen vier Teamkollegen bedanken. Sie haben drei Wochen lang wieder super für mich gearbeitet. Schade, dass ich ihnen keinen Sieg schenken konnte", sagte der 32 Jahre alte Zabel.

Acht Spanier unter den ersten Zehn

Eine weitere Trikot-Entscheidung war ebenfalls am Samstag vorzeitig besiegelt worden. Dank seines Engagements an den letzten beiden Anstiegen der dritten Kategorie gewann der Baske Aitor Osa das Trikot des besten Bergfahrers. Matthias Kessler (Telekom) war als 47. bester Deutscher in der Gesamtwertung. Jörg Jaksche (Once) hatte am Donnerstag auf Rang elf liegend wegen einer Oberschenkelverletzung aufgegeben.

Nach insgesamt 3144 Kilometern hinterließ die Vuelta mehr denn je den Eindruck einer Art Landesmeisterschaft. Bis auf die vom Giro d'Italia wegen Dopings ausgeschlossenen Italiener Francesco Casagrande (7.) und Gilberto Simoni (10.) belegten ausschließlich Spanier die Plätze eins bis zehn.



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