Wada-Bericht Russland soll Doping-Kontrollen behindert haben

Die Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt schwere Vorwürfe gegen staatliche Stellen in Russland: Einem Fernsehbericht zufolge klagen die Doping-Fahnder in einem geheimen Papier über massive Behinderungen ihrer Arbeit. Ein Ermittler soll stundenlang festgehalten worden sein.

Blutproben (im Kölner Anti-Doping-Labor): Mögliche Missstände in Russland
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Blutproben (im Kölner Anti-Doping-Labor): Mögliche Missstände in Russland


Hamburg - Eine Woche vor Beginn der Olympischen Winterspiele ist Russlands Sport in Bezug auf seinen Kampf gegen Doping erneut negativ aufgefallen. Einem Bericht des Fernsehsenders ZDF zufolge sollen ausländische Doping-Kontrolleure in Russland massiv behindert worden sein. Das berichtet der Sender unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada).

Demnach habe es zumindest bis vor wenigen Monaten bei einer der weltweit erfolgreichsten Sportnationen erhebliche Probleme und Defizite im Dopingkontrollsystem gegeben. So sollen staatliche Stellen die Arbeit internationaler Kontrolleure auf russischem Gebiet massiv gestört haben. In dem Wada-Papier heißt es laut dem Bericht, dass Behörden "es ausländischen Dopingkontrolleuren erschwerten, innerhalb des russischen Territoriums zu arbeiten."

Laut ZDF wurden mehrfach Dopingproben von der russischen Polizei beschlagnahmt. Mindestens in einem Fall wurde ein Fahnder über mehrere Stunden in Arrest genommen. Dem Wada-Bericht zufolge habe man Ermittler dabei behindert, "Proben über die Grenzen ins Ausland zu bringen, Proben innerhalb der russischen Grenzen zu transportieren sowie ihre Dopingkontroll-Utensilien und Gerätschaften nach Russland ein- und auszuführen".

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), spricht von "Nachlässigkeiten" der russischen Behörden gegenüber illegalen Doping-Aktivitäten. Von einem staatlichen Doping-System in Russland könne allerdings nicht die Rede sein. "Nachlässigkeiten ja, aber das ist ein großer Unterschied zu der Behauptung, dass es ein staatlich organisiertes System gab", sagte der Belgier.

Rogge selbst hatte in den vergangenen Monaten die Defizite in Russlands Anti-Doping-Kampf bei Treffen mit führenden Regierungsvertretern angesprochen. Im vergangenen Oktober wurde die norwegische Anti-Doping-Agentur dem russischen Verband beratend zur Seite gestellt.

Immer wieder waren russische Sportler in der Vergangenheit negativ aufgefallen: Allein in den olympischen Winterdisziplinen waren 2009 elf Dopingfälle zu verzeichnen. Darunter befanden sich auch Spitzensportler wie die Langläufer Jewgeni Dementjew und Julia Tschepalova. Erst vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Langläuferin Alena Sidko Ende 2009 positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet wurde. Sie wurde für zwei Jahre gesperrt. Es war bereits der fünfte russische Doping-Fall in der laufenden Saison.

hut/dpa



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jogi246, 05.02.2010
1. na und?
und wieder nur geschwafel..... aber wo bleibt die konsequenz? das harte durchgreifen? wie wäre die russen zu verwarnen und evtl. dann auch mal zu den oly-spielen zu sperren. natürlich trifft es einzelne sportler hart, aber so droht eine verzerrung des wettbewerbs. man könnte auch sog. wildcards an die nationen vergeben, die vorbildlich im kampf gegen doping vorgehen... ich finde es das schlimmste, wenn du bei olympia oder einer wm vierter wirst und nachträglich die bronzemedialle zugesprochen bekommst weil einer unter den ersten drei gedopt war....
chajroza 06.02.2010
2. Was soll das?
Zitat von sysopDie Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt schwere Vorwürfe gegen staatliche Stellen in Russland: Einem Fernsehbericht zufolge klagen die Doping-Fahnder in einem geheimen Papier über massive Behinderungen ihrer Arbeit. Ein Ermittler soll stundenlang festgehalten worden sein. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,676210,00.html
Diese Mysterie über Russland geht schon auf die Nerven! Alles nicht bewiesen und trotzden wird den Leuten als Wahrheit verkauft! Klar, was kann man wohl von Russen anderes erwarten! Klar, in Deutschland nimmt keiner Doping! Schwarz-Weiß-Malerei für die Leute, die mit dem Intellekt nicht belästigt sind! Warum ist das Papier geheim? Was für ein Ermittler- die Fakten, bitte!
chajroza 06.02.2010
3. Hetze
Zitat von sysopDie Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt schwere Vorwürfe gegen staatliche Stellen in Russland: Einem Fernsehbericht zufolge klagen die Doping-Fahnder in einem geheimen Papier über massive Behinderungen ihrer Arbeit. Ein Ermittler soll stundenlang festgehalten worden sein. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,676210,00.html
Diese Mysterie über Russland geht schon auf die Nerven! Alles nicht bewiesen und trotzden wird den Leuten als Wahrheit verkauft! Klar, was kann man wohl von Russen anderes erwarten! Klar, in Deutschland nimmt keiner Doping! Schwarz-Weiß-Malerei für die Leute, die mit dem Intellekt nicht belästigt sind! Warum ist das Papier geheim? Was für ein Ermittler- die Fakten, bitte!
chajroza 06.02.2010
4. Warum denn?
Zitat von sysopDie Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt schwere Vorwürfe gegen staatliche Stellen in Russland: Einem Fernsehbericht zufolge klagen die Doping-Fahnder in einem geheimen Papier über massive Behinderungen ihrer Arbeit. Ein Ermittler soll stundenlang festgehalten worden sein. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,676210,00.html
Wenn man Russen besondere Aufmerksamkeit bei Doping- Fahndungen schenkt, gefällt es dem russischen Volk nicht. Gleichberechtigung muss schon sein -auch Deutsche und Norweger und Schweder sollen unter die Lupe genommen werden.
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