Wada-Bericht Russland soll Dopingkontrollen behindert haben

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada wirft Russlands Geheimdienst in einem Bericht vor, Dopingkontrolleure bei ihrer Arbeit zu behindern. Der Report kommt zu einem kritischen Zeitpunkt.

Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele im russischen Sotschi (2014)
DPA

Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele im russischen Sotschi (2014)


Zwei Tage vor der Entscheidung über den möglichen Olympia-Ausschluss von Russlands Leichtathleten hat die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erneut schwere Vorwürfe gegen das Land erhoben. Laut einem Wada-Bericht sollen Dopingkontrolleure in Russland von Athleten und Geheimdienstmitarbeitern massiv behindert worden sein.

Demnach seien Kontrolleure von Beamten des russischen Geheimdienstes FSB eingeschüchtert worden. Zudem seien Pakete mit Dopingproben vom russischen Zoll manipuliert worden. Auch hätten Athleten falsche Angaben über ihren Aufenthaltsort gemacht und versucht, Dopingtests bei Wettbewerben zu umgehen. Nach dem Wada-Bericht hat in einem Fall sogar eine Leichtathletin versucht, eine gefälschte Urinprobe abzugeben. Die Athletin sei mit einem Urinbeutel erwischt worden, den sie versteckt mit sich getragen habe.

Auch habe die Wada Informationen darüber erhalten, dass bei einer nationalen russischen Ringer-Meisterschaft Athleten ein "Labor mit Zentrifugen und anderen Analysegeräten" verwendet hätten.

Am Freitag entscheiden die 27 Mitglieder des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF in Wien über die seit dem 13. November bestehende Suspendierung des russischen Verbandes. Den Russen wird systematisches Doping vorgeworfen. Im schlimmsten Fall droht ihnen der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio.

mka/dpa



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